"Tatort" mit Rubin und Karow: Berlins Wohnungsmarkt ist mörderisch

Berlin - Wohnungsnot, Zwangsräumungen, skrupellose und raffgierige Vermieter: Der neue "Tatort: Die dritte Haut" führt die Ermittler Nina Rubin (Meret Becker, 52) und Robert Karow (Mark Waschke, 49) auf Berlins Wohnungsmarkt.

Karow (Mark Waschke, 49) und Rubin (Meret Becker, 52) stellen den Mord am Immobilienmanager Ceylan nach.
Karow (Mark Waschke, 49) und Rubin (Meret Becker, 52) stellen den Mord am Immobilienmanager Ceylan nach.  © rbb/Gordon Muehle

Am Sonntag um 20.15 Uhr ist der Krimi im Ersten zu sehen. Vor einem Mietshaus im Wedding wird die Leiche von Cem Ceylan (Murat Dikenci, 34) gefunden.

Der Juniorchef einer Immobilienfirma ist vom vierten Stock auf den Gehsteig gestürzt. Einen Tag zuvor hatte er Otto Wagner (Peter René Lüdicke, 64) und dessen Familie aus der Wohnung vertrieben. Denn das Haus soll luxussaniert werden.

Alle bisherigen Mieter müssen raus - so auch die Alleinerziehende Jenny Nowack (Berit Künnecke, 43). Sie erzählt Kommissarin Rubin, dass sie aber bereits eine neue Bleibe gefunden hat. Das grenzt schon fast an ein Wunder.

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Die Initiative "Mietrebellen" um den freischaffenden Journalisten Dries Vandenbroucke (Tijmen Govaerts, 27) will den Mietern helfen und für bezahlbaren Wohnraum kämpfen.

Mit Videos von Zwangsräumungen soll auf die Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht werden. Doch Vandenbroucke verstrickt sich immer mehr in Widersprüche.

Würden wir für eine bezahlbare Wohnung jemanden töten?

Die Kommissare Karow und Rubin werden mit dem Berliner Mietenwahnsinn konfrontiert.
Die Kommissare Karow und Rubin werden mit dem Berliner Mietenwahnsinn konfrontiert.  © rbb/Gordon Mühle

Die Kommissare Rubin und Karow werden mit dem Berliner Mietenwahnsinn konfrontiert und der existenziellen Sorge von Menschen um ihre "dritte Haut", den vier Wänden, in denen sie wohnen und die mehr als ihr Zuhause sind.

Lohnt sich das Einschalten? Ja, denn dieser Fall zeigt, wenn auch dramaturgisch etwas übertrieben, wie ernst die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Berlin ist.

Das hat auch Drehbuchautorin Katrin Bühlig (54) erkannt: "Als ich in den Nachrichten sah, dass sich über 800 Leute bei einer Wohnungsbesichtigung im Prenzlauer Berg drängelten, war mir sofort klar, dass das Thema auch ein 'Tatort'-Thema ist."

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Sie spitzt die Lage auf die Frage zu: "Würden wir für eine bezahlbare Wohnung jemanden töten?"

"Neben der spannenden Geschichte, die die Machenschaften von Immobilienhaien beleuchtet, finden die Ermittlungen unter Corona-Bedingungen statt.

Rubin und Karow ermitteln unter Corona-Bedingungen

Kriminalhauptkommissar Robert Karow befragt Mieterin Ilse Kirschner (Friederike Frerichs, 77). Die Ermittlungen finden unter Corona-Bedingungen statt, weshalb die Kommissare eine Maske tragen und Abstand halten.
Kriminalhauptkommissar Robert Karow befragt Mieterin Ilse Kirschner (Friederike Frerichs, 77). Die Ermittlungen finden unter Corona-Bedingungen statt, weshalb die Kommissare eine Maske tragen und Abstand halten.  © rbb/Gordon Muehle

Die Kommissare tragen Maske, halten Abstand zu Zeugen, Plexiglas-Scheiben sind im Verhörraum und den Büros.

Anders als im Dortmunder "Tatort: Heile Welt", in dem nur sporadisch auf die Mund-Nasen-Bedeckung Wert gelegt wurde, ist der Pandemie-Alltag hier ganz normal. Das macht den Film definitiv authentischer.

Um den Kampf auf dem Wohnungsmarkt dem Zuschauer noch näherzubringen, werden Szenen obdachloser Menschen eingespielt, die vor der Armenküche für eine warme Mahlzeit anstehen oder in der U-Bahn betteln.

Mit kurzen Zitaten werden deren Schicksale verdeutlicht. So wird der Film auch zu einer Milieustudie, die aber nicht ohne den "Tatort"-typischen erhobenen Zeigefinger auskommt.

Titelfoto: rbb/Gordon Mühle

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