Tatort-Star Martin Brambach im Interview

Dresden - In Dresden geboren, in Ost-Berlin aufgewachsen, heute lebt er im Pott: Martin Brambach (52) spielt im Dresdner Tatort Polizeichef Peter Michael Schnabel. Der Schauspieler über den aktuellen Film und Leben in Zeiten von Corona.

Als kauziger Polizeichef Peter Michael Schnabel ermittelt Martin Brambach (52) heute Abend im TV.
Als kauziger Polizeichef Peter Michael Schnabel ermittelt Martin Brambach (52) heute Abend im TV.  © MDR/W&B Television/Daniela Incoronato

TAG24: Herr Brambach, haben Sie schon einen Quarantäne-Blues?

Martin Brambach: Es ist durchwachsen. Es gibt Momente, wo auch mich die Panik ergreift. Wir haben das große Glück, dass wir einen Garten haben. Ich hatte lange nicht so viel entspannte Zeit. Meine Frau wunderte sich gestern, dass ich das Bücherregal abgestaubt habe - das hat sie schon seit Jahren eingefordert. Man hat ja sonst nichts zu tun (lacht).

Gibt es Dinge, für die es jetzt keine Ausreden gibt?

Ja! Meine Frau und ich haben mal angefangen, ein Kinderbuch zu schreiben. Etwa 40 Seiten haben wir geschafft und es mittendrin liegen lassen.

Ihre Figur Kommissar Schnabel löst im neuen Tatort zum ersten Mal einen Fall allein...

Ja, das war mir bisher nie gegönnt. Das habe ich mir sehr gewünscht. Der Regisseur hat mich dazu verführt, bei Schnabel einen ganz anderen Ton zu suchen, etwas ruhiger und speziell. Er hat den Fall selbst gelöst - aber mit vielen Haken und falschen Entscheidungen.

Martin Brambach über das Tatort-Team

Die Schauspieler Karin Hanczewski (l-r), Martin Brambach und Cornelia Gröschel stehen vor Beginn des MDR-Tatortes vor einer Werbewand im Rundkino Dresden.
Die Schauspieler Karin Hanczewski (l-r), Martin Brambach und Cornelia Gröschel stehen vor Beginn des MDR-Tatortes vor einer Werbewand im Rundkino Dresden.  © dpa/Robert Michael/zb

Der ehemalige Autor Ralf Husmann ("Stromberg") hat Ihnen den Kommissar auf den Leib geschneidert, verabschiedete sich aber nach ein paar Folgen vom Dresdner Tatort. Bedauern Sie das?

Es ist sehr traurig, dass er nicht mehr mit dabei ist. Er hat ein ganz spezielles Genre bedient, nämlich die Mischung aus Krimi und bösem Humor. Meine Rolle hat davon am meisten profitiert. Ich denke, dass am Ende das Krimi-Schreiben nicht seins war. Aber mittlerweile haben wir auch wieder sehr gute Autoren.

Auch im Ermittler-Team gab es Veränderungen. Wie gefällt Ihnen die neue Dynamik mit Cornelia Gröschel als Kommissarin Winkler?

Sie hat so ein Geheimnis. Sie ist sehr offen, auf der anderen Seite spröde - das finde ich sehr aufregend.

Lesen Sie oft die TV-Kritiken? Beim Tatort verstehen die Deutschen ja keinen Spaß...

Ja, vor allem zu Beginn hatte ich großen Respekt. Da habe ich ALLES gelesen. Man liest dann online so Sätze wie "Den Brambach, konnte ich noch nie leiden" (lacht). Das muss man aushalten.

Sie sind in Dresden geboren. Wie erleben Sie die Stadt, wenn sie drehen?

Ich freue mich jedes Mal wahnsinnig, hier zu sein. Ich gehe gerne an der Elbe spazieren, ins Museum, in die Frauenkirche zu Konzerten... Vor gut zwei Wochen mussten wir den Dreh zum Dresdner Tatort abbrechen. Wir hoffen, dass wir im Juni weiter drehen können.

Titelfoto: MDR/W&B Television/Daniela Incoronato

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