Wirbel um "Tatort" aus Hamburg! Floss Rundfunkgeld an Linksextremisten?

Hamburg - Was haben die sich nur dabei gedacht? An den Dreharbeiten zum "Tatort" aus Hamburg gibt es scharfe Kritik.

Szenen des neuen "Tatorts" wurden auch im "M1" in Hamburg-Wilhelmsburg gedreht.
Szenen des neuen "Tatorts" wurden auch im "M1" in Hamburg-Wilhelmsburg gedreht.  © André Lenthe Fotografie

Für die neue Krimi-Folge mit dem Arbeitstitel "Tatort: Schattenleben" stehen derzeit Wotan Wilke Möhring (53), Franziska Weisz (41) und weitere Schauspieler vor den Kameras. Es geht in der Story um Ermittlungen in der linksautonomen Szene Hamburgs, wie der NDR mitteilte.

Dabei wird offenbar auch an authentischen Orten gedreht. Zwei Tage war die Crew Ende April im linken Szenetreff "M1" im Stadtteil Wilhelmsburg zu Gast. Das Gebäude gehört zum linksalternativen Wohnprojekt "GoMokry*".

Das Problem: Der Hamburger Verfassungsschutz sieht "eindeutige Bezüge in die linksextremistische Szene, die das Objekt selbst auch für Veranstaltungen nutzt", berichtet die Bild.

Saxonz - Dance, Freundschaft, Liebe und Krebs-Tod
Dokus Saxonz - Dance, Freundschaft, Liebe und Krebs-Tod

Für den Dreh sollen rund 3000 Euro an "M1" und "GoMokry*" geflossen sein. Das geht aus einer Stellungnahme der linken Gruppen hervor.

Darin schreiben sie auch, was mit den Einnahmen geschehen soll. Es werde "für die Unterstützung von Menschen, die von Rassismus und anderen Formen von Diskriminierung und Gewalt, u.a. auch von Polizeigewalt, betroffen sind, genutzt. Das Geld wird vor allem für Anwaltskosten gebraucht."

Paradox an der Situation ist, dass "M1" und "GoMokry*" die ARD-Reihe "Tatort" eher ablehnend gegenüberstehen.

Scharfe Kritik von Opposition und Polizei

In einer anderen Szene des "Tatort" ermitteln Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 53 rechts) und der Hamburger LKA-Mitarbeiter Thomas Okonjo (Jonathan Kwesi Aikins, 32) in Langenhorn.
In einer anderen Szene des "Tatort" ermitteln Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring, 53 rechts) und der Hamburger LKA-Mitarbeiter Thomas Okonjo (Jonathan Kwesi Aikins, 32) in Langenhorn.  © André Lenthe Fotografie

"Wir sehen es sehr kritisch, dass Polizeigewalt mit diesem Format salonfähig gemacht wird und die Polizei durch dieses Format überwiegend in ein positives Licht gestellt wird." Man kenne von Polizeispitzeln unterwanderte Menschen, außerdem seien Bekannte und Freunde von Polizeigewalt betroffen.

Das Geld der Rundfunkgebührenzahler wurde dennoch dankend genommen. Denn auch der linke Szenetreff leidet unter der Corona-Pandemie und konnte zuletzt kaum Spenden sammeln.

Vonseiten CDU, FDP und Polizeigewerkschaften kommt scharfe Kritik an dem Dreh bei Linksextremisten. "Es ist ein Unding, dass der Rundfunkbeitrag zur Finanzierung von Extremisten verwendet wird", sagte Dennis Thering (37), CDU-Fraktions-Vorsitzender der Bild.

Ex on the Beach: "Ex on the Beach"-Hanna entschuldigt sich bei Eric: "Tut mir leid!"
Ex on the Beach "Ex on the Beach"-Hanna entschuldigt sich bei Eric: "Tut mir leid!"

"Dass die Tatort-Crew einen authentischen Drehort aussucht, halte ich nicht für einen Skandal", meldete sich der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki (69) zu Wort.

Und der Vorsitzender der "Gewerkschaft der Polizei" in Hamburg Horst Niens meinte: "Es ist skurril, dass die Erlöse aus einer polizeilichen Serie als Honorare für Anwälte genutzt werden, um sich gegen die Polizei zu vertreten."

Der "Tatort: Schattenleben" läuft voraussichtlich im Frühjahr 2022 - wenn sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben.

Titelfoto: André Lenthe Fotografie

Mehr zum Thema Tatort: