Trennung, Tod: So emotional war Gil Ofarims Auftritt im Riverboat

Leipzig - Es waren emotionale drei Jahre für Sänger Gil Ofarim (37). Das gestand der zweifache Vater nun in der MDR-Talkrunde im Riverboat.

Gils aktuelles Album heißt "Alles auf Hoffnung".
Gils aktuelles Album heißt "Alles auf Hoffnung".  © dpa/ Pro Sieben

Schon früh wusste Gil, wohin es für ihn gehen sollte beruflich. 

"Ich stellte mir vor, dass ich in meinem Kinderzimmer ganze Welt-Tourneen spiele. Das wollte ich immer schon machen. Ich habe die Teddys und Puppen als Publikum platziert und an der Decke Lichter platziert, damit das Stadiongefühl aufkommt. Es war mein großer Traum. Und es kam für mich nichts anderes in Frage. Mit Deckenlampen und allem Drum und Dran und James-Brown-Vorhang, der nach dem zweiten Song wegfliegt", erinnert sich der Sänger zurück an seine Kindheit.

Sein aktuelles Album "Alles auf Hoffnung" ist das erste seiner Karriere, das er auf Deutsch aufgenommen hat. Mit ihm schaffte er den höchsten Chart-Einstieg, den er je hatte.

"Ich freue mich darüber sehr und habe das so nicht erwartet. Ich habe viele Umwege genommen und andere Dinge probiert und bin immer wieder bei der Musik angekommen. Also mein Ventil ist die Kunst, ist die Musik", so der Sänger.

Gil Ofarim erzählte schwer krankem Papa von der Musik

Wollte schon immer Sänger werden: Gil Ofarim (37).
Wollte schon immer Sänger werden: Gil Ofarim (37).  © Screenshot MDR/ Riverboat

"Ich habe drei schwere Jahre hinter mir, habe das alles niedergeschrieben und bin für diese Platte fast an den Rand des Wahnsinns gegangen." 

Wir erinnern uns: Gils Vater Abi Ofarim verstarb 2018 (TAG24 berichtete), hinzu kam nach der Trennung von Ehefrau Verena der Streit ums Sorgerecht für seine beiden Kinder Anouk und Leonard.

"Ich mache das nicht für Fame und Ruhm. Ich mache das, weil ich es lebe und liebe. Ich denke, dass sollte heute der Antrieb für Musiker sein. Und weil ich in meinem Kinderzimmer vorm Spiegel stand und es immer machen wollte. Ich habe alles, was ich mir gewünscht habe: eine große Plattenfirma hinter mir, die mich unterstützt, die Platte läuft gut - und ich bin total happy, dass ich heute wieder einmal unter Menschen bin. Ich grad echt total glücklich hier."

Moderatorin Kim Fisher (51) brachte das Gespräch dann noch einmal auf Abi Ofarim. "Es gibt noch etwas, was Dir auch wichtig ist. Dein Vater Abi Ofarim, der Dir immer sagte: 'Wenn Dir etwas wichtig ist, dann zieh es durch"."

Gils Papa war schon einige Zeit vor seinem Tod schwer krank.

"In 2017, da war Papa schon schwer krank, da wusste ich nicht so richtig, was ich machen soll, wo es hingehen soll. Es war ein sehr aufregendes Jahr, privat und auch weil Papa schwer krank war. Ich war sehr oft bei Papa. Vielleicht wollte ich ihm imponieren, wollte Liebe erfahren von ihm - auf jeden Fall habe ich ihm gesagt, dass ich wieder Musik machen will. Das war was ganz Besonderes, denn er hat mich mittendrin unterbrochen und gelacht und mich angeschaut und gesagt: 'Hey. Es ist alles gut. Du bist jetzt schon besser, als ich es jemals war.' 

Das ist einer der Sätze, die ich mitgenommen hab. Ich hatte eine Schreibblockade bis zu diesem Zeitpunkt und dann ging es los. Und so ist die Platte 'Alles auf Hoffnung' entstanden. Er konnte sie leider nicht mehr hören", erzählt Gil.

Beim Singen ging Gil Ofarims Blick nach oben

Für seine beiden Kinder würde er alles tun. Zuhause ist der erfolgreiche Sänger ganz Papa. "Was ich am Besten mache, weiß ich nicht. Das erfahre ich dann vielleicht, wenn sie erwachsen sind und es mir sagen. Wir geben Konzerte im Kinderzimmer vor Spiegel mit Lichtern und ich lese auch sehr gern für meine Kinder."

Und natürlich gibt’s auch Schlaflieder für die beiden Kleinen. "Soll ich eins anstimmen? Das hat mein Vater immer für mich gesungen. Und ich singe es auch für meine Kinder ab und zu", meinte Gil und legte dann auch sofort los. "Sie haben eben am Schluss hoch geguckt. Ist das Teil des Liedes oder haben Sie zu jemand ganz Besonderem nach oben geschaut?", wollte Jörg Kachelmann (61) am Ende des Liedes wissen.

Gil schwieg eine Weile, es war ihm anzusehen, dass er um Worte rang. "Klar. Natürlich schaue zu ihm rauf. Zu meinem Vater. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich in diesem Alter, wo das Thema Abschied und 'Auf Wiedersehen'-Sagen aktueller ist denn je. Manche können damit umgehen, manche müssen es lernen. Und ich bin ganz ehrlich, ich würde es gern lernen. Ich komme damit noch nicht ganz so klar. Wenn es sowas gibt, dann ist er bei mir. Ich sehe ihn in den Gesichtern meiner Kinder, ich sehe ihn jeden Tag, wenn ich in den Spiegel schaue. 

Äußerlich sehe ihm immer ähnlicher, ich weiß auch nicht. Ich würde mir wünschen, er wäre hier und könnte das wirklich Großartige, was ich gerade erlebe, miterleben."

Titelfoto: dpa/ Pro Sieben

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