So lief "Hitlers Aufstieg": Wie sicher ist unsere Demokratie in Hinblick darauf?

London/Mainz - Im Januar 2021 zeigt das ZDF eine Doku über Hitlers Aufstieg. Das Wissen um diese Zeit ist offenbar wichtiger denn je. Gauland (79, AfD) bezeichnete im Juni 2018 Hitlers grauenhafte Zeit als "Vogelschiss" ("Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in unserer über 1000-jährigen Geschichte."), und der 79-Jährige erklärte später, "wir haben das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen". Aufklärung scheint also dringend nötig.

Die Weltwirtschaftskrise trieb der NSDAP viele Wähler zu. Bei den Parlamentswahlen ab 1930 feierte die Partei daher große Wahlerfolge.
Die Weltwirtschaftskrise trieb der NSDAP viele Wähler zu. Bei den Parlamentswahlen ab 1930 feierte die Partei daher große Wahlerfolge.  © ZDF/Lukas Salna

"Wie kam Hitler an die Macht?" - die zweiteilige Dokumentation fragt: Was bewegte einst die Republikgegner der bürgerlichen Rechten dazu, sich mit den Nazis zu verbünden?

Was konnte Reichspräsident von Hindenburg dazu bringen, den von ihm lange als österreichischen Gefreiten verachteten Hitler zum Reichskanzler zu ernennen?

Und vor allem: Wie gelang es den Nazis unter Hitlers Führung, in kürzester Zeit aus Deutschland eine Diktatur zu machen?

Der Blick auf Motive und Taten ist nicht nur für Historiker interessant.

Er gibt Hinweise für unsere Zeit, wie Demokratien mit ihren Gegnern umgehen sollten. Was ist zu tun, um nicht unterzugehen.

Und es zeigt exemplarisch, "wie schnell ein liberaler Rechtsstaat in eine Gewaltherrschaft umschlagen kann, wenn Republikfeinde sich zusammenschließen, nicht rechtzeitig gestoppt und eindeutige Warnsignale ignoriert werden", so der Sender zur Doku.

Die Dokumentation fußt auf der BBC-Reihe "Rise of the Nazis", die nun vom ZDF für die deutsche Fassung aufwendig neu bearbeitet wurde.

Historiker ordnen ein und interpretieren Nazi-Handlungen

Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Es war der Anfang vom Ende der Weimarer Republik.
Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Es war der Anfang vom Ende der Weimarer Republik.  © ZDF/Lukas Salna
Zu der von Hitler geführten NSDAP gehörten von Anfang an paramilitärische Verbände wie die SA und SS, die mit Gewalt gegen politische Gegner vorgehen.
Zu der von Hitler geführten NSDAP gehörten von Anfang an paramilitärische Verbände wie die SA und SS, die mit Gewalt gegen politische Gegner vorgehen.  © ZDF/Lukas Salna

Für diese "Zeitreise zu diesem verhängnisvollen Wendepunkt" der deutschen Geschichte schlägt die Dokumentation neue Wege ein.

Der Filmemacher Julian Jones hat Momente der Entscheidung in filmischen Szenen aufwendig rekonstruiert, "fokussiert dabei auf das Handeln von Schlüsselfiguren, denen jeweils ein deutscher oder britischer Experte zugeordnet ist, der dazu Stellung nimmt". Das macht Geschichte greifbar!

So wird beispielsweise General Kurt von Schleicher durch den deutschen Historiker Dr. Stephan Malinowski interpretiert, Adolf Hitler durch den britischen Geschichtsprofessor Sir Richard Evans, Ernst Röhm durch die Historikerin Dr. Heike Görtemaker.

Die Abläufe seien auf diese Weise zunächst aus der Perspektive der Protagonisten erzählt und werden "in ein Gesamtbild eingefügt, das veranschaulicht, wie Hitlers Aufstieg auch durch eine Summe verhängnisvoller Irrtümer und Entscheidungen möglich wurde".

Dargestellt wird auch, wie Hitler nach der Machtübernahme Gegner und Rivalen aus den eigenen Reihen beseitigen ließ, und dass "der Aufstieg der Nazis keineswegs unabwendbar war, sondern erst durch eine Summe fataler Irrtümer und Entscheidungen möglich wurde".

TV-Tipp: Das ZDF zeigt diese Dokumentation "Wie kam Hitler an die Macht?" am Dienstag, 12. Januar 2021 (Teil 1) und am 26. Januar 2021 den zweiten Teil, jeweils um 20.15 Uhr.

Titelfoto: ZDF/Lukas Salna

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