"ZDF-Fernsehgarten": Mit Kiwi, Frank Schöbel und gesprengten Gehirnwindungen

Mainz/Erfurt - "ZDF-Fernsehgarten On Tour" – die ebenso beliebte wie berüchtigte TV-Show mit Moderatorin Andrea "Kiwi" Kiewel (57) meldete sich am zweiten Oktober-Sonntag erneut aus der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Bereits am ersten Oktober-Sonntag war der Fernsehgarten in der Stadt zu Gast.

Seit dem Jahr 2000 moderiert die ehemalige Leistungsschwimmerin Andrea "Kiwi" Kiewel (57) mit Unterbrechung die Kult-Show "ZDF-Fernsehgarten".
Seit dem Jahr 2000 moderiert die ehemalige Leistungsschwimmerin Andrea "Kiwi" Kiewel (57) mit Unterbrechung die Kult-Show "ZDF-Fernsehgarten".  © ZDF/Ralph Orlowski

"Warum im Westen moderieren, wenn es im Osten doch so schön ist?", griff ein Sprecher den Ortswechsel auf, ist die Show doch normalerweise in Mainz beheimatet.

"Willkommen zum Fernsehgarten On Tour, willkommen aus Erfurt", begrüßte Kiwi danach die Fans und freute sich, dass die Show in der Nähe der historischen Zitadelle Petersberg stattfand.

Auf Twitter liefen sich derweil die Fernsehgarten-Nörgler warm. "Biergarten in der Erfurter Zitadelle? Nicht mal Domplatz? Schwach", monierte einer von ihnen.

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Der schweizerische Sänger Vincent Gross (26), der den ersten Song zu der Show beitrug, bekam ebenfalls sein Fett auf Twitter weg: "Schon der erste Musikbeitrag ist grauenhaft 😶", spottete einer der Nörgler.

Die 66-jährige Sängerin Maggie Reilly, die ihren 80er-Jahr-Hit "Moonlight Shadow" (mutmaßlich nicht live) sang, fand ebenfalls keine Gnade: "Das Playback ist so offensichtlich, da hätt's auch Kermit nehmen können."

Promi-Teams mit Sinn-befreiten Spielen

Neben Musik sorgten drei B-Promi-Teams mit Sinn-befreiten Spielen für Unterhaltung. Zu den Kombattanten gehörte auch Comedian Lutz van der Horst (47), der sonst eigentlich als Co-Moderator im ZDF-Fernsehgarten zu sehen ist.

In einem Spiel wurden Musik-Hits eingespielt, die Kiwi immer wieder zum Mitsingen animierten – ohne Frage kein schönes Erlebnis, es klang eher wie Röhren.

"Ist das schlecht!!!!!!", schallte es auf Twitter, während ein anderer Nörgler die tatsächlich stark in die Länge gezogene Dauer der Spielpartie monierte: "Man kann das Spiel auch zu Tode spielen 😴😴😴".

DDR-Kultsänger Frank Schöbel rockte den Fernsehgarten

Danach trat mit dem Schlagersänger Frank Schöbel (79) ein echter Superstar der untergegangenen DDR auf. Die Erfurter hatten ihn offensichtlich noch in guter Erinnerung, sie klatschten bei dem Song "Unzerstörbar" enthusiastisch mit.

Der 79-Jährige fühlte sich anscheinend auch sehr wohl, er verließ beim Singen die Bühne und begrüßte einzelne Zuschauer mit Handschlag.

Er wurde schließlich mit donnerndem Applaus und Jubel-Rufen gefeiert.

Nathan Evans singt "Drunken Sailor" im ZDF-Fernsehgarten

Tatsächlich war der Auftritt von Frank Schöbel ein echter Höhepunkt der TV-Show. Ansonsten war das Klatschen des Publikums bei den Songs eher verhalten, auch die Spiele sorgten nicht wirklich für Begeisterung.

"Wie langweilig kann man den #Fernsehgarten machen? ZDF: Klar. Schaffen wir!", griff ein Twitter-Nutzer diesen Umstand auf. "Das Publikum... Gäste oder Geiseln?", fragte ein anderer Nörgler höhnisch.

Für ein erneutes Aufwachen der Zuschauer sorgte später der schottische Folksänger Nathan Evans (27), er präsentierte das Shanty-Cover "Drunken Sailor", danach ließ ein weiteres Spiel die Aufmerksamkeit des Publikums wieder sinken.

"Tote Hosen"-Cover erbost die Fernsehgarten-Nörgler auf Twitter

In diesem – sprechen wir es aus – selbst für den Fernsehgarten eher langweiligen Stil ging es weiter. "Der #Fernsehgarten in Mainz ist schon schlimm, aber aus Erfurt sprengt bei mir gerade alle restlichen Gehirnwindungen", ätze einer der Nörgler.

Für wirklich erboste Tweets sorgt eine Sängerin mit sehr schriller Stimme, die den "Tote Hosen"-Song "Alles aus Liebe" von 1993 coverte.

"Campino wird im deutschen TV vergewaltigt" und "Was zur Hölle ist das. Bitte macht, dass es aufhört 😭😭" sind zwei Beispiele.

Der "aller, aller, allerletzte Fernsehgarten" am kommenden Sonntag

In der zweiten Show-Hälfte fachsimpelte TV-Koch Armin Roßmeier (73) über Thüringer Bratwürste. Von den Nörglern auf Twitter wurde er mit Freuden begrüßt, doch sein Rezept für einen Bratwurst-Flammkuchen wurde mit großer Skepsis aufgenommen.

Mit einer dritten – sehr in die Länge gezogenen – Spielrunde ging der "ZDF-Fernsehgarten On Tour" dann in die Schlussrunde. Den Rausschmeißer gab Nathan Evans mit der Disco-Version seines Hits "Soon May the Wellerman Come".

Am kommenden Sonntag (16. Oktober, 12 Uhr) soll dann laut Kiwi der "aller, aller, allerletzte Fernsehgarten" für dieses Jahr gesendet werden – abermals aus Erfurt.

Titelfoto: ZDF/Ralph Orlowski

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