"Bums-Valdera"! Schlager-Zombies kapern den ZDF-Fernsehgarten

Mainz - Im froschgrünen Kleidchen moderierte Andrea Kiewel (53) den sonntäglichen ZDF-Fernsehgarten – und es gab einen ganz besonderen Anlass zum Feiern.

Schlagersängerin Tina York (Archivbild aus dem Jahr 2018) trat am Sonntag beim ZDF-Fernsehgarten auf.
Schlagersängerin Tina York (Archivbild aus dem Jahr 2018) trat am Sonntag beim ZDF-Fernsehgarten auf.  © dpa/Jens Kalaene

Die legendäre ZDF-Hitparade ist 50 Jahre alt geworden. Dies wurde zwar Ende April bereits mit einer großen Jubiälumsshow gefeiert, aber der Fernsehgarten zelebrierte am Sonntag mit Wonne einen zweiten Aufguss.

"Senden die beim #Fernsehgarten ein altes Band oder ist das die aktuelle Gästeliste einer Live-Sendung?", fragte kurz vor Beginn ungläubig ein Twitter-Nutzer. Die Skepsis verwundert nicht, Stars wie Bata Illic (79) oder die Band "Dschinghis Khan" wirken im Jahr 2019 für die Meisten sicher wie Widergänger aus einer längst untergegangen Zeit.

Ein anderer Twitter-Nutzer kommentierte die Auswahl der Gäste so: "Meine häufigste Reaktion: 'Die leben noch?!'" Tatsächlich wirkten die Schwarzweiß-Fotos der Stars, die das Bühnenbild schmückten, wie die Bilder von Todesanzeigen.

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Das Highlight am Anfang war ein Auftritt von Tina York (65) mit ihrem Hit "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" – die Drohung war ernst gemeint. Prägnante Zeilen wie "Ein bißchen Schinderassassa und Bums-Valdera" machten so gleich zu Beginn klar, wohin die Reise bei diesem ZDF-Fenrsehgarten geht.

Auf Tina York folgten Ireen Sheer mit einem erstaunlich jungen Gesicht für eine 70-Jährige und Schlager-Ikone Christian Anders (74), der offensichtlich Probleme mit dem Playback hatte: Er verpasste den Einsatz, was noch einmal deutlich unterstrich, dass die junge Stimme vom Band und das faltige Gesicht des Interpreten auf der Bühne nicht zusammenpassen.

Die 2005 wieder zum Leben erweckte Quatsch-Band "Dschinghis Khan" schmetterte ihre (anscheinend einzigen) Hits "Dschinghis Khan" und "Moskau", mit denen einige der Musiker schon in den 70ern hausieren gingen – und die Spaß-Lawine rollte unaufhörlich weiter.

Fernsehgarten-Nörgler auf Twitter

Sänger Claus Kupreit ist Teil der Neuauflage von "Dschinghis Khan".
Sänger Claus Kupreit ist Teil der Neuauflage von "Dschinghis Khan".  © dpa/Matthias Balk

Auf Twitter liefen derweil die Fernsehgarten-Nörgler zu Höchstformen auf, bot das Setting der Sendung doch wie immer ausreichend Anlass dafür – zumindest wenn man nicht zur Gruppe der historischen Schlagerfans gehört.

"Ah zur Europawahl hat das Seniorenheim heute früher geöffnet", lautete einer der spöttischen Kommentare, wobei nicht klar war, ob damit die Gästeliste oder das Publikum in Mainz-Lerchenberg gemeint war.

"Die Donnerkuppel. Nicht jeder kommt lebend raus", bemerkte zynisch ein anderer Twitterer unter Bezug auf den 80er Jahre-Film aus der "Mad Max"-Reihe.

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Mary Roos (70) ("die Helene Fischer der Bronzezeit", wie es auf Twitter hieß) und Michael Holm (75, "Barfuß im Regen") durften bei dem Aufmarsch der Schlager-Zombies im ZDF natürlich ebensowenig fehlen wie Jürgen Drews (74), Ralph Siegel (73) und Katja Ebstein (74).

Am Ende durften dann die Zuschauer – ganz Old School – wie bei der Hitparade per Ted (Teledialog) unter den ergrauten Stars einen Sieger küren.

And the winner was: Jürgen Drews mit dem unvermeidlichen "Bett im Kornfeld".

Titelfoto: DPA (Fotomontage)

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