Zoff um Realityshow-Preisgeld, Richterin knallhart: "Einer von Ihnen lügt"

Düsseldorf – Eklat vor Gericht: Drei Jahre nach Ausstrahlung einer Realityshow von ProSieben hat der Sieger sich von einem Teil des Preisgelds getrennt. Zuvor hatte ein anderer Finalist am Düsseldorfer Landgericht gegen ihn geklagt. Das Verfahren endete am Dienstag in einem Vergleich.

Vor dem Landgericht Düsseldorf wurde ein ungewöhnlicher Prozess um den Streit um das Preisgeld einer Realityshow ausgetragen.
Vor dem Landgericht Düsseldorf wurde ein ungewöhnlicher Prozess um den Streit um das Preisgeld einer Realityshow ausgetragen.  © Martin Gerten/dpa

Der Sieger, Oliver Nell (36) aus Kaarst (Rhein-Kreis Neuss), zahlt von seinem 100.000-Euro-Gewinn in zwei Raten 15.000 Euro an den Drittplatzierten Jens (45).

Die zuständige Richterin hatte beide Parteien zuvor nach ausführlicher Befragung explizit ermahnt: "Einer von Ihnen lügt. Und wenn sich das herausstellen sollte, schalte ich von hier aus sofort den Staatsanwalt ein."

Der Kläger aus der Nähe von Bonn hatte eigentlich 20.000 Euro vom Sieger der Show "Get the f*ck out of my house" haben wollen. Nach seiner Darstellung hatten bei der Staffel von 2018 die drei zuletzt verbliebenen Teilnehmer verabredet, dass der Gewinner den beiden anderen 20.000 Euro abgebe - egal, wer gewinnt.

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"Du hast mir dein Männer-Wort gegeben", warf der Jens am Dienstag seinem damaligen Show-Konkurrenten Oliver im Gerichtssaal vor.

Dieser bestritt im Prozess hartnäckig, dass es je eine Absprache mit den beiden anderen Finalisten gegeben habe. "Ich war zu dem Zeitpunkt – mit etwa 50.000 Euro - hoch verschuldet, ich hätte mir das gar nicht leisten können", betonte der gelernte Bankkaufmann.

Drittplatzierter bekommt 15.000 Euro von Show-Sieger

Nach der TV-Show "Get the f*ck out of my house" war ein Streit zwischen den Finalisten entbrannt. (Symbolbild)
Nach der TV-Show "Get the f*ck out of my house" war ein Streit zwischen den Finalisten entbrannt. (Symbolbild)  © 123RF/ppengcreative

Eigentlich hätte noch ein Zeuge aussagen sollen, nämlich der damalige Zweitplatzierte Simon. Bevor es dazu kam, stimmte der 36-Jährige dem Vergleich zu.

Die von ihm zuerst angebotene Summe von 10.000 Euro war dem enttäuschten Kläger zu wenig gewesen. Ihm hatten mindestens 18.000 Euro vorgeschwebt.

Der Gewinner von 2018 gab schließlich nach. Er bot zuletzt 15.000 Euro, "um die Sache vom Tisch zu kriegen".

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Damit ist der Streit beigelegt. Der an er Absprache beteiligte Zweitplatzierte der Show musste als Zeuge nicht mehr aussagen. Er bekommt keinen Cent. Der Vergleich gilt nur für den Kläger.

Der Prozess spielte sich unter Teilnehmern ab, ProSieben hatte damit nichts zu tun. Bei der Sendung war es darum gegangen, dass 100 Teilnehmer bis zu einem Monat lang in einem Haus lebten, das eigentlich nur groß genug für vier Leute war. Wer es am längsten dort aushielt, bekam am Ende 100.000 Euro.

Titelfoto: 123RF/ppengcreative

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