Urlaubs-Horror in Italien: Wie zwei Reisende seit Monaten um ihr Gepäck kämpfen

Leipzig/Colbitz - Die ersten Flieger sind wieder Richtung Urlaubsregionen gestartet, aber ob mit oder ohne Corona, für die meisten Urlauber ist es DIE Horrorvorstellung schlechthin: Was mache ich, wenn mein Gepäck nach dem Flug ins Feriendomizil verschwunden ist? Genau das ist Doreen Musold (46) passiert, als sie im vergangenen August mit ihrer Tochter nach Italien reiste. Und es wurde zur Never-Ending-Story für die beiden!

Doreen (46, li.) und Tochter Fenja Musold sind im vergangenen August nach Italien geflogen und wissen bis heute nicht, was mit ihrem Gepäck passiert ist.
Doreen (46, li.) und Tochter Fenja Musold sind im vergangenen August nach Italien geflogen und wissen bis heute nicht, was mit ihrem Gepäck passiert ist.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Eine Pause nehmen von Deutschland und ein paar Tage am Meer entspannen – das war das Ziel der kleinen Familie aus Colbitz bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Vor allem Tochter Fenja war furchtbar aufgeregt, sie hatte sich den Urlaub zur Jugendweihe gewünscht, ein Traum ging in Erfüllung.

Anfang August 2020 hob der Flieger der Airline Vueling in Deutschland ab. Mit einem Zwischenstopp in Barcelona führte die Reiseroute für ein paar Tage nach Rom und danach in einen Badeort in Kalabrien ganz im Süden.

Dass das Umsteigen in der spanischen Metropole der Beginn einer monatelangen Odyssee werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Mutter und Tochter erreichten ihren Anschlussflug gerade so. Doch als sie in Rom ankamen, sollten sie vergeblich auf ihre Koffer warten.

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Am Lost-and-Found-Schalter versicherte man ihnen, dass die Gepäckstücke am nächsten Tag aus Barcelona ankommen sollten. Doch als sie drei Tage später weiterflogen, war davon noch immer nichts zu sehen.

Schließlich waren sie gezwungen, das Nötigste an Kleidung und Hygieneartikeln vor Ort zu kaufen. Trotz mehrfachem Kontakt per Mail mit dem Lost-and-Found-Schalter, der anfangs das Gepäck nachverfolgen konnte, tat sich nichts. Daran, den Urlaub zu genießen, war vermutlich kaum zu denken.

Nachdem Doreen und Fenja Musold zurück in Deutschland waren, nahm die 46-Jährige Kontakt zur Airline auf, die um Belege für die Ersatzanschaffungen bat. Obwohl sie sparsam gewesen seien, kam ein Betrag von rund 300 Euro zusammen.

Sie flogen mit der spanischen Fluggesellschaft Vueling, von der sie sich bis heute hingehalten fühlen.
Sie flogen mit der spanischen Fluggesellschaft Vueling, von der sie sich bis heute hingehalten fühlen.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Umgang gegenüber Reisenden hinterlässt Frust und Entsetzen

Ende August überwies die Airline der Familie eine Entschädigung – wofür genau, ist bis heute ein Rätsel.
Ende August überwies die Airline der Familie eine Entschädigung – wofür genau, ist bis heute ein Rätsel.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Ende August dann der Schock: Die Fluggesellschaft überwies der Mutter knapp 64 Euro, gerade mal ein Viertel der Kosten, die entstanden waren. Vom Inhalt der Gepäckstücke ganz zu schweigen. Wie sich der Betrag zusammensetzte, verriet Vueling nicht.

"Da war ich erstmal richtig frustriert, traurig und entsetzt", so Frau Musold. Noch dazu war man ihr eine Erklärung zum Verbleib ihrer Koffer schuldig geblieben. Und auch weiterhin bekam sie den Eindruck, dass man sie einfach nur hinhalten wollte.

Der Aufforderung Ende September, eine Liste der Dinge, die sich in den Koffern befunden hatten, zu erstellen, kam sie umgehend nach. In einer Mail wenige Tage später wurde diese Liste mit keinem Wort mehr erwähnt, stattdessen versuchte man den geringen Entschädigungsbetrag zu erklären.

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Doreen Musold fühlte sich einfach nur noch an der Nase herumgeführt. Deshalb wandte sie sich Hilfe suchend an die MDR-Verbrauchersendung "Voss & Team". Diese konnte immerhin erreichen, dass der Geschädigten knapp 240 Euro überwiesen wurden. Anfang März dieses Jahres!

"Das ist ein kleiner Erfolg, aber leider auch nicht der erwünschte", so Frau Musold. Auf eine Erklärung oder eine Info über den Verbleib ihrer Koffer warten sie und Fenja noch immer. Sie fühle sich abgespeist und hegt die Vermutung, dass die Airline hofft, dass sie irgendwann einfach aufgeben wird.

"Voss & Team" bleibt in jedem Fall an der Geschichte dran. Welche Möglichkeiten betroffene Fluggäste sonst noch haben, seht Ihr in der aktuellen Folge in der MDR-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage / Screenshot/MDR-Mediathek

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