Safari-Überraschung in Namibia: Darum ist die Regenzeit ein echter Geheimtipp

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Deutschland – Namibia ist für trockene Savannen, staubige Pisten und Tiere an wenigen Wasserlöchern bekannt. Doch in der Regenzeit kann sich das Land innerhalb kurzer Zeit verwandeln.

Es wird grün, die Vogelwelt explodiert förmlich und eine Safari läuft nach völlig anderen Regeln. Elefanten an staubigen Wasserstellen, flimmernde Hitze und endlose Landschaften in Braun und Ocker.

So sieht das klassische Bild einer Namibia-Safari aus. Es passt aber vor allem zu den trockenen Monaten von Mai bis Oktober. In der Regenzeit zeigt sich das Land dagegen von einer Seite, die auf vielen Urlaubsfotos kaum vorkommt.

Frisches Gras wächst, ausgetrocknete Senken füllen sich und über der Savanne ziehen mächtige Gewitterwolken auf.

Das macht die Monate zwischen November und April zu einer völlig anderen Reisezeit. Allerdings auch einer, in der sich die Bedingungen für Tierbeobachtungen deutlich ändern.

Worauf Ihr bei der Urlaubsplanung achten solltet, folgt jetzt.

Wenn aus der Wüste plötzlich ein grünes Paradies wird

© Magnific

Namibias Sommer dauert etwa von Oktober bis April. Erste Regenfälle können bereits im Frühjahr der Südhalbkugel einsetzen, die Hauptregenzeit liegt zwischen Dezember und April.

Doch kein Sorge: Tagelangen Dauerregen gibt es meistens nicht. Stattdessen ziehen örtliche, oft kurze Schauer oder Gewitter durch.

Wie viel Regen tatsächlich fällt, unterscheidet sich stark nach Region und Jahr.

Die Atlantikküste bleibt durch den kalten Benguelastrom meist trocken und kühler. Der Nordosten mit seinen Flüssen, Feuchtgebieten und Wäldern bekommt deutlich mehr Wasser als große Teile des übrigen Landes.

Nach kräftigen Schauern kann die Veränderung allerdings blitzschnell gehen. Trockene Flächen bekommen Farbe, Pflanzen treiben aus und die Luft wird klarer.

Landschaftsfotografen dürfte das besonders freuen. Für sie entstehen dadurch Motive, die während der staubigen Hauptsaison kaum möglich sind: Dunkle Wolken über hellem Sand, Regenvorhänge in der Ferne und kräftiges Grün in einer sonst kargen Umgebung.

Vorsicht, Safari-Fans: Jetzt wird's schwieriger

© pexels / Tevin Shuma

Wer in kurzer Zeit möglichst viele Elefanten, Zebras, Antilopen oder Nashörner sehen möchte, hat während der Trockenzeit meist die besseren Chancen.

Der Grund: Zwischen Mai und Oktober wird Wasser knapper. Viele Tiere suchen deshalb einige wenige bekannte Wasserlöcher auf.

Das ist gut fürs Erleben, denn so können innerhalb weniger Stunden mehrere Arten auftauchen – besonders in Etosha, wo zahlreiche Wasserstellen entlang der Besucherstrecken liegen.

Nach den Regenfällen verteilt sich das Wild dagegen über größere Flächen.

Saisonale Tümpel und frisches Futter machen die Tiere unabhängiger von den bekannten Wasserstellen. Gleichzeitig erschweren höheres Gras und dichterer Busch die Sicht.

Vogel-Fans aufgepasst: Jetzt startet die beste Zeit

© pexels / Rino Adamo

Bei der Vogelbeobachtung dreht sich die Lage um. Die Monate von November bis April gelten als besonders gute Zeit, weil das Nahrungsangebot wächst und zahlreiche Zugvögel hinzukommen.

Viele heimische Arten sind außerdem in ihrem auffälligeren Brutkleid zu sehen.

Besonders interessant sind Etosha, das Waterberg-Plateau sowie die Fluss- und Feuchtgebiete im Nordosten. In diesen nördlichen Flusssystemen wurden mehr als 450 Vogelarten registriert.

Das bietet die grüne Saison:

  • Zugvögel erweitern die ohnehin große Artenvielfalt.
  • Frische Vegetation verändert ganze Landschaften.
  • Gewitter und klare Luft sorgen für ungewöhnliche Fotomotive.
  • Viele Großtiere müssen aktiver gesucht werden.

Die Regenzeit zeigt eine Seite Namibias, die während der klassischen Reisezeit oft nie gesehen werden kann.

Welche Region zu welchem Monat und zu welchen Tierwünschen passt, zeigt im Detail auch der Namibia-Safari-Guide von Natürlich Reisen.

Der Saisonkalender ordnet die Beobachtungschancen im Jahresverlauf ein; zusätzlich stellt er sechs wichtige Wildtiergebiete und ausgewählte Wasserlöcher vor.

Fazit: Für wen lohnt sich die Regenzeit?

© pexels / Tomáš Malík

Die Trockenzeit bleibt die einfachere Wahl, wenn es darum geht, möglichst viele große Tiere an gut bekannten Wasserstellen zu beobachten. Sichtungen sind berechenbarer, die Vegetation ist niedriger und viele Routen lassen sich unkomplizierter fahren.

Die Regenzeit setzt andere Schwerpunkte. Namibia wird grüner, die Vogelwelt legt deutlich zu und die Landschaft bekommt einen ganz anderen Touch. Dafür verteilen sich die Tiere stärker und die Straßen können mehr Flexibilität verlangen.

Die entscheidende Frage lautet also nicht: Welche Jahreszeit ist grundsätzlich besser? Sondern: Was soll bei der Reise im Mittelpunkt stehen?

Lust, eine möglichst lange Liste großer Tiere abzuhaken? Dann ist zwischen Mai und Oktober die beste Zeit.

Wer Namibia dagegen farbiger, wechselhafter und mit einer besonders aktiven Vogelwelt erleben will, sollte die Monate von November bis April definitiv vormerken!