Muss die Brandmauer weg? Warum der Schutzwall die AfD nur stärker macht

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Deutschland – Es ist ein ungeschriebenes Gesetz bei CDU, FDP, SPD, Grüne, Linke: Keine Zusammenarbeit mit der AfD. Doch während Berlin eisern an dieser "Brandmauer" festhält, bröckelt es in den Kommunen, wo es um handfeste Probleme und nicht um Parteipolitik geht.

In der 20. Folge des Podcasts "Unglaublich…" fragen TAG24-Chefredakteur Robert Kuhne und Politikberater Peter Stawowy deshalb, ob die Brandmauer noch zeitgemäß ist – und sie ganz eingerissen werden muss.

Macht die Brandmauer die AfD noch stärker?

Die Brandmauer als Erfolgsmodell für die AfD.
Die Brandmauer als Erfolgsmodell für die AfD.  © TAG24

Diesen Blickwinkel brachte ausgerechnet Thüringens AfD-Chef Björn Höcke in die Diskussion ein, als er im Podcast "Ben ungeskriptet" sagte, dass die Brandmauer das Beste sei, was der AfD passieren konnte.

Denn Höcke weiß genau: Die Mauer befreit seine Partei von jeder Verantwortung, liefert das perfekte Opfer-Narrativ und treibt der AfD weiter Wähler zu.

Laut aktueller INSA-Umfrage liegt die AfD nun bei 28 Prozent – die Union schafft es gerade mal auf noch 23 Prozent.

Kubicki-Streit und die AfD-Strategie

Wolfgang Kubicki (74) stellt die Brandmauer zur AfD infrage und sorgt damit für Streit in der eigenen Parteispitze.
Wolfgang Kubicki (74) stellt die Brandmauer zur AfD infrage und sorgt damit für Streit in der eigenen Parteispitze.  © TAG24

Die Brandmauer-Debatte zerreißt gerade auch die Liberalen. Kaum wurde letzte Woche Wolfgang Kubicki (74) zum neuen FDP-Parteichef gewählt, bricht in seiner brandneuen Parteispitze ein Kampf aus. Er, Kubicki, will die Brandmauer abschaffen. Sein neuer Vize Henning Höne will sie mit aller Macht halten.

Derweil gibt es bei der AfD selbst einen Plan, wie man die Brandmauer zerstören kann. Man wolle einen Keil zwischen CDU und SPD/Grüne treiben und gleichzeitig der CDU auf breiter Front mit ähnlichen Themen die Wähler abjagen.

Das nennen sie dann "von oben" und "von unten" angreifen. "Irgendwann wird die CDU gar nicht mehr anders können, als mit uns zusammenzuarbeiten", sagt AfD-Bundeschefin Alice Weidel.

Woher kommt der Begriff Brandmauer?

© Lukas Voigt

Überraschender neuer Fakt im Podcast: Der Begriff Brandmauer stammt von der AfD selbst. 2014 waren es Kräfte in der Ur-AfD von Gründer Bernd Lucke, die dafür sorgen wollte, dass rechte Strömungen in der Partei nicht zu viel Einfluss erlangen. Das Projekt ist offensichtlich gescheitert. Der Projektname blieb: Brandmauer.

"Eine Mauer ist aber kein politisches Konzept, sondern das Eingeständnis, dass man keine besseren Argumente mehr hat", sagt Robert Kuhne und schaut in der aktuellen Folge nach Schweden, Finnland oder Österreich, wo rechte Populisten zum Teil mitregieren – und sich im harten politischen Alltag oft massiv entzaubern.

Die Folge "Muss die Brandmauer weg?" ist ab sofort verfügbar:

Hier ist die aktuelle Folge des Unglaublich-Podcasts

"Unglaublich… Der Podcast" ist eine Produktion der TAG24 NEWS Deutschland GmbH.

In diesem Beitrag wurden teilweise KI-generierte Bilder verwendet.

Titelfoto: TAG24