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Deutschland – Tiefkühlware darf in keinem Supermarkt oder Discounter fehlen. Dennoch hat sie nicht den besten Ruf. Vieles davon wird jedoch von einer neuen Studie kompromisslos entkräftet.
Hand aufs Herz: Was denkt man, wenn man in die große Kühltruhe im Laden greift und ihr eine Packung TK-Spinat, eine Pizza, einen Kuchen oder eine Tüte Chili-Cheese-Nuggets entnimmt?
Wahrscheinlich denkt man zunächst an den Convenience-Grad: Auftauen oder Erwärmen, gegebenenfalls noch nach Anleitung einige wenige Zubereitungsschritte – fertig ist die Mahlzeit.
Aber bedeutete schnell gleich nährstoffarm, zu viele Konservierungsstoffe oder Faulheit?
Eine neue Studie bietet Antworten und die folgen jetzt.
Studie deckt auf: Ist TK-Ware ungesund?
Bei nicht wenigen folgt nach dem Kauf von TK-Waren jedoch zumindest ein bisschen schlechtes Gewissen: Fix und fertig, quasi "ready to eat" – das zentrale Positivmerkmal von TK-Ware ist gleichzeitig auch ihr größter Knackpunkt.
Denn für viele hat die oft hohe Vorverarbeitung verschiedene Nachteile zwischen Nährstoffgehalt und Nahrungsqualität.
Bloß: Wie viele dieser Denkmuster sind überhaupt realistisch?
Eine neue Studie des Anbieters Tellerglück hat sich den verschiedenen tiefgekühlten Mythen und Realitäten angenommen.
Und eines steht bereits fest: Wer TK im Einkaufswagen oder Tiefkühler hat, braucht definitiv nicht per se ein schlechtes Gewissen zu haben.
Die große Stärke: Was beim Einfrieren wirklich passiert
Ein zentrales Ergebnis der Studie kann man an diesem Punkt bereits vorwegnehmen: Tiefkühlprodukte sind längst nicht mehr das, was viele noch aus den 1990ern oder früher im Kopf haben. Moderne TK-Ware wird in aller Regel sofort nach der Ernte bzw. Zubereitung schockgefrostet.
Das bedeutet:
- Schnelles Einfrieren
Innerhalb kürzester Zeit werden die Lebensmittel auf rund minus 18 Grad oder darunter gebracht. Durch dieses schnelle Einfrieren entstehen nur sehr kleine Eiskristalle. - Erhalt der Zellstrukturen
Dieses Tempo sorgt dafür, dass Zellstrukturen, die bei langsameren Einfrieren geschädigt würden, erhalten blieben – und damit Geschmack, Konsistenz und Nährstoffe - Keine Konservierungsstoffe nötig
Da bei diesen Temperaturen nicht nur Bakterien, Hefen und Schimmelpilze ihr Wachstum völlig einstellen, sondern enzymatische Prozesse zum Stillstand kommen, sind i.d.R. keine Konservierungsstoffe nötig.
Das bedeutet auch: Tiefkühlware muss nicht zwangsläufig hochverarbeitet sein.
Im Gegenteil, gerade bei einfachem TK-Gemüse oder Obst ist die Zutatenliste oft bemerkenswert kurz: Ein Produkt, das einfach nur rasch und gründlich tiefgefroren wurde – sonst nichts.
TK und Nährstoffe: Frisch ist nicht automatisch besser
Eine der hartnäckigsten Tiefkühl-Mythen lautet, dass frische Ware immer nährstoffreicher sei. Die Studie zeichnet hier jedoch ein differenzierteres Bild.
Konkret: Der entscheidende Faktor ist nicht "frisch oder tiefgekühlt", sondern: Wie lange liegt das Produkt schon herum?
Beispiele aus der Untersuchung zeigen:
Vitamin C kann bei tiefgekühlten Bohnen oder Erbsen besser erhalten bleiben als bei frischer Ware, die mehrere Tage gelagert wurde.
Schon nach 24 Stunden Lagerung bei Raumtemperatur beginnen messbare Nährstoffverluste. Auch sekundäre Pflanzenstoffe bleiben durch das Schockfrosten bei der Verarbeitung stabil.
Der Grund ist simpel:
Zwischen Ernte, Transport, Zwischenlagerung und Verkauf vergehen bei frischer Ware oft mehrere Tage. Tiefgekühlte Produkte hingegen werden direkt nach der Ernte verarbeitet und "eingefroren im Idealzustand".
Das heißt nicht, dass frisches Gemüse schlecht sei. Aber das pauschale "TK = weniger Vitamine & Nährstoffe" hält der Datenlage in der Studie so nicht stand.
Das eigentliche Image-Problem: Verarbeitung
Kaum jemand würde eingefrorenen Knoblauch aus eigenem Anbau oder eine tiefgekühlte, vorgekochte Mahlzeit vom eigenen Herd kritisch betrachten – bei gekaufter TK-Ware hingegen sind viele Käufer schnell mit Kritik dabei, oder zumindest einem schlechten Gewissen.
Doch auch hier mahnt die Studie zu einer differenzierteren Betrachtung. Denn prinzipiell muss man im TK-Bereich drei Kategorien unterscheiden:
Just hier liegt der Knackpunkt: Tiefkühlung an sich ist kein Qualitätsproblem.
Stark verarbeitete Produkte mit viel Salz, Zucker oder Fett können es sein – aber unabhängig davon, ob sie tiefgekühlt sind oder im Kühlregal liegen oder in einer Konservendose auf ihren Einsatz warten.
Mit anderen Worten: Eine Tiefkühlpizza mit extra Käse und Hot Dogs ist nicht ungesund, weil sie tiefgekühlt ist, sondern weil sie ein stark verarbeitetes Produkt mit entsprechender Rezeptur ist.
Haltbarkeit und Lebensmittelverschwendung
Neben den anderen Fakten beleuchtet die Studie auch einen Aspekt, der sonst schnell etwas untergeht: Nachhaltigkeit.
Denn tatsächlich kann TK-Ware eine sehr nachhaltige Option sein, wenn man bedenkt, dass sie – auch in angebrochenem Zustand – sehr lange haltbar ist, wenn die Kühlkette ungebrochen bleibt.
Das kann zwei praktische Folgen haben:
- Weniger Verderb im Haushalt
Gerade bei Gemüse landet frische Ware im Alltag nicht selten im Müll, weil sie schneller verdirbt als geplant. TK-Produkte können hier helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. - Mehr Planungssicherheit
Das relativiert auch den oft kritisierten Energieaufwand der Kühlung zumindest teilweise. Die Gesamtbilanz hängt immer vom Einzelfall ab – aber das einfache Narrativ "Frisch ist automatisch nachhaltiger" greift laut Studie zu kurz.
Fazit: Mehr Realität, weniger Vorurteil
Die Tellerglück-Studie ist keine pauschale TK-Verherrlichung. Sie betont vielmehr: Entscheidend bleibt die Produktauswahl.
Jedoch sagt sie ebenso klipp und klar, dass das schlechte Gewissen beim Griff in die Tiefkühltruhe in vielen Fällen eher kulturell als wissenschaftlich begründet ist.
Denn Tiefkühlen ist in allererster Linie eine Konservierungsmethode – eine ziemlich effiziente dazu. Denn sie erhält Nährstoffe, verlängert Haltbarkeit und macht saisonale Produkte ganzjährig verfügbar.
Ob ein Produkt ernährungsphysiologisch sinnvoll ist, entscheidet sich daher weniger an seiner Lagerungstemperatur, sondern an seiner Zusammensetzung.
Und vielleicht ist genau das eine wichtige Nebenbotschaft der Studie: Nicht alles, was eiskalt ist, ist ernährungsphysiologisch unterkühlt.