Bevölkerungs-Minus für Chemnitz: Das sind die Gründe!

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Chemnitz – Die Bevölkerungszahl von Chemnitz sinkt – vor allem schneller als 2019. Bis zum Jahresende 2020 werden es voraussichtlich 2.400 Menschen weniger sein.

Damit verhält sich Chemnitz entgegengesetzt zum Trend der anderen sächsischen Großstädte. 

Die Folgen bemerkt der Innenstadt-Handel, die Gastronomie, der Immobilienmarkt. Es droht weiterer Leerstand. 

Der Plan von OB-Kandidat Lars Faßmann (43) für Chemnitz

OB-Kandidat Lars Faßmann (43).
OB-Kandidat Lars Faßmann (43).  © Lars Faßmann

Lars Faßmann (43), parteiloser Kandidat für die Chemnitzer Oberbürgermeisterwahl am 20. September, hat dafür eine Erklärung.

Der Bevölkerungsrückgang liegt zum einen daran, dass in Chemnitz bedingt durch den hohen Altersdurchschnitt mehr Menschen sterben als neu geboren werden. Bedenklicher ist jedoch die hohe Abwanderung und der geringe Zuzug. 

"Der Durchschnittslohn im verarbeitenden Gewerbe liegt unter Leipzig und Dresden. Offensichtlich fehlen gut bezahlte High-Tech- und Kreativ-Jobs und die Wirtschaftsförderung tut sich schwer, Unternehmen anzusiedeln oder aus Startups zu entwickeln, die konkurrenzfähige Löhne zu den Nachbarstädten zahlen", so Faßmann.

"Genauso hat der Freistaat große Behörden eher in Dresden und Leipzig angesiedelt. In den letzten acht Jahren sind in Chemnitz deshalb gerade mal 500 neue Stellen dazugekommen, während Leipzig mit einem Plus von 36.700 und Dresden mit 26.500 zusätzlichen Stellen punkten kann. 

Die TU Chemnitz soll nach dem Willen der Landesregierung bis 2025 mehr als tausend Studienplätze abwickeln, was durch in Chemnitz gewählte Landtagsabgeordnete nicht verhindert, sondern sogar noch gerechtfertigt und befördert wird."

Was kann man also tun?

© Lars Faßmann

High-Tech-Firmen und die Kultur- und Kreativwirtschaft lassen sich vor allem dort nieder, wo eine gut ausgebaute Hochschullandschaft genügend Nachwuchs garantiert und eine freie Kulturszene vitale Szeneviertel schafft.

"Hier muss es endlich ein breites Bündnis aus Stadtverwaltung, Politik und Wirtschaft geben, was sich gegen diese Kürzungspläne stark macht und einen Ausbau der TU Chemnitz fordert."

Neben Naturwissenschaften und Technik sind auch eine moderne Marketing- und Managementausbildung wichtig, damit Führungskräfte nicht mehr importiert werden müssen und Produkte besser vermarktet werden können. 

Daneben spielen auch gutes Design, Softwareentwicklung und Medien eine tragende Rolle für die zukünftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

"Kinder müssen schon in der Schule für Wissenschaft, Technik und Kunst begeistert werden. Einen ersten Schritt habe ich bereits mit der Maker Faire Sachsen erreicht, welche die vielen Initiativen in diesem Bereich zusammenbringt und bei vielen Jüngeren den Grundstein für ein Interesse an kreativer Beschäftigung mit Technik legt", so der OB-Kandidat.

Wir brauchen neue Flächen in der Stadt

© Kristin Schmidt

Neue Stellen entstehen nicht nur durch Großansiedlungen, sondern durch Startups, die aus den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen rund um die TU Chemnitz oder aus bestehenden Firmen hervorgehen. 

"Gründungsinitiativen, wie das von mir seit zehn Jahren unterstützte Saxeed, müssen ausgebaut und junge Wissenschaftler zu Gründungen motiviert werden."

Die innerstädtischen Brachflächen und historischen Industriegebäude wie die Wanderer-Werke müssen jetzt vorbereitet werden, damit Unternehmen wachsen können und nicht wie die IAV die Stadt verlassen müssen, weil Flächen nicht schnell genug erschlossen werden. 

Insbesondere müssen auch Erweiterungsflächen für die TU vorgehalten werden, damit die Wissenschaftseinrichtungen wachsen können.

"Wirtschaft darf nicht zu einer weiteren Chefsache, sondern muss zur Sache aller gemacht werden."

Brühl und Sonnenberg endlich entwickeln

Das Chemnitzer Rathaus.
Das Chemnitzer Rathaus.  © Maik Börner

Dazu gehört der Einsatz qualifizierter Mitarbeiter und deren regelmäßige Weiterbildung. Es wird deshalb ein Weiterbildungsprogramm zum Thema Wirtschaftsförderung für alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung geben.

Chemnitz braucht Ausgehmöglichkeiten, eine vitale Kulturszene und eine bürgernahe Sportkultur, denn wo gearbeitet und gelernt wird, will auch gefeiert und entspannt werden.

Die Entwicklung der Szeneviertel Brühl und Sonnenberg müssen nach jahrzehntelangen Versprechen nunmehr angegangen werden. Ausgehen, Wohnen, Arbeiten und sportliche Aktivität müssen sich nicht ausschließen und zu einer Großstadt gehört auch eine Nachtkultur.

Sportvereine verdienen Unterstützung, vor allem zur Gewinnung neuer Mitglieder und attraktiver Trainingsbedingungen.

Vermeintlich niedrige Mieten sind kein Standortfaktor, sondern ein Alarmzeichen. Insbesondere da Chemnitz zur zweitteuersten Stadt Deutschlands zählt, was die Nebenkosten angeht.

"Schließlich zahlt jeder eine für viel mehr Menschen gebaute Infrastruktur mit. Deshalb ist ein gesundes Wachstum in die vorhandene Infrastruktur hinein ein vordringliches Ziel, wenn wir erneuten Rückbau und Verfall vermeiden wollen."

Dies ist eine Wahlwerbung zur Oberbürgermeister-Wahl 2020 in Chemnitz. Für den Inhalt sind die Parteien und Kandidaten selbst verantwortlich.

Titelfoto: Lars Faßmann


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