Was ist am Mittwoch (7.10.) im Museum in Freiberg los?
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Freiberg – Schon vor 600 Jahren wussten Bergleute in Freiberg: Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung ist ein wichtiges Sicherheitsnetz bei der Arbeit.
Genau dafür steht die jahrhundertealte Geschichte der Knappschaft.
Am 7. Oktober 1426 taucht der Begriff zum ersten Mal in einer Urkunde auf. Genau diese gibt's jetzt in einer Sonderausstellung des Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zu bestaunen.
Wir haben alles Wichtige zum historischen Jubiläum.
Das ist das neue Highlight im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
600 Jahre alt, dicht beschrieben und auf den ersten Blick kaum zu entziffern. Dieses historische Dokument hat es in sich.
Denn mitten in den handgeschriebenen Zeilen findet sich eine Bezeichnung, hinter der eine Geschichte von europäischer Bedeutung steckt.
Und genau dieses 600 Jahre alte Zeugnis können Besucher des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg jetzt im Original erleben.
Die Rede ist von einer Urkunde, die 1426 in Freiberg ausgestellt wurde. Bei genauem Hinschauen kann darin eine echte historische Besonderheit entdeckt werden.
In dem Schriftstück findet sich nämlich die historische Bezeichnung "dy knabschafft" und es ist damit der erste schriftliche Beleg des heutigen Namens "Knappschaft".
Die älteste Sozialversicherung der Welt
Hinter dem Namen steckt eine jahrhundertealte Entwicklung.
Bergleute schlossen sich zusammen, unterstützten sich gegenseitig und sorgten füreinander, wenn Krankheit, Unfälle oder andere Notlagen das Leben erschwerten.
Aus diesen frühen Formen der gegenseitigen Absicherung entwickelte sich über die Jahrhunderte die Knappschaft, die heute als älteste Sozialversicherung der Welt gilt.
Der Gedanke der sozialen Absicherung lebt bis heute in der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) weiter.
Heute ist die KBS unter anderem ein bundesweit zuständiger Rentenversicherungsträger und Trägerin der Kranken- und Pflegeversicherung KNAPPSCHAFT. Zu ihrem Verbund gehört außerdem ein eigenes medizinisches Netz.
Das unscheinbare Wort auf der Freiberger Urkunde steht damit für eine Geschichte, die weit über Sachsen hinausreicht und die Entwicklung der sozialen Sicherung mit geprägt hat.
Das Original kehrt zurück nach Freiberg
Normalerweise wird das Dokument sicher im Sächsischen Staatsarchiv verwahrt. Nun kehrt es nach Freiberg zurück und wird zum besonderen Exponat der Sonderausstellung "Licht im Schacht. Die KNAPPSCHAFT 600 Jahre in Freiberg".
Am Mittwoch (7.10.) – exakt 600 Jahre nach der Datierung der Urkunde – wird das Original um 15 Uhr feierlich enthüllt.
Und weil ein 600. Geburtstag gefeiert werden darf, gibt's für die Besucher sogar Geburtstagstorte.
Um 16 Uhr startet zudem eine Spezialführung rund um die Urkunde, ihre Entstehung und ihre Bedeutung für die Geschichte der Knappschaft.
Das Beste: Von 16 bis 17 Uhr ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.
Bis zum 2. Februar ist das Originalexponat dann in einer Vitrine zu bestaunen.
Bergmannswissen für Groß und Klein
Beim Ferienprogramm "Licht im Schacht – Lichterhäuser für die dunkle Jahreszeit" erfahren Kinder ab fünf Jahren zunächst, warum Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe für die Bergleute früher so wichtig waren.
Anschließend wird selbst gewerkelt: Aus Recyclingmaterialien entstehen eigene Lichterhäuser für zu Hause.
Das Ferienprogramm findet montags (12.10. und 19.10.) jeweils um 14 Uhr sowie donnerstags (15.10. und 22.10.) jeweils um 10 Uhr statt.
Die Teilnahme kostet 5 Euro inklusive Material, eine Anmeldung ist erforderlich.
Und es gibt noch mehr zu entdecken. Denn jeweils am Mittwoch (14.10. und 21.10.) starten um 15 Uhr spezielle Familienführungen durch die Ausstellung.
Dabei geht's unter anderem um spannende Fragen wie:
- Wie lebten die Bergleute früher?
- Was geschah, wenn einer von ihnen krank wurde?
- Und was hat die vor 600 Jahren in Freiberg erwähnte "Knappschaft" mit unserem Leben heute zu tun?
Alle Infos zur Sonderausstellung im Überblick
Sonderausstellung
Licht im Schacht – Die KNAPPSCHAFT 600 Jahre in Freiberg
bis 2. Februar 2027
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
Am Dom 1
09599 Freiberg
Öffnungszeiten:
Mi. - Mo.: 10 bis 17 Uhr
Tel.: 03731 273 590
E-Mail: [email protected]
Titelfoto: Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg/Marie Wagner