Warum weinen wir um einen Wal, während wir 23 Tiere pro Sekunde töten?

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Deutschland – Es ist das Erste, was wir morgens nach dem Aufwachen tun, und das Letzte vor dem Einschlafen: Wir greifen zum Smartphone. Doch was wir dort sehen, ist oft ein ununterbrochener Regen aus Schreckensmeldungen.

Ob Live-Ticker zum Kriegsgeschehen oder True-Crime-Podcasts zum Einschlafen – wir nehmen das Leid der Welt oft ungefiltert in uns auf.

Doch während wir uns durch die News scrollen, stellt sich eine entscheidende Frage:

Wie gehen wir gesund mit dieser Flut um, ohne abzustumpfen oder daran zu verzweifeln?

Wie viel Leid verträgt die menschliche Seele?

Zwischen News-Scrollen und Erschöpfung: Immer mehr Menschen fühlen sich von der täglichen Flut negativer Nachrichten emotional überfordert.
Zwischen News-Scrollen und Erschöpfung: Immer mehr Menschen fühlen sich von der täglichen Flut negativer Nachrichten emotional überfordert.  © TAG24

In der 13. Folge des neuen Video-Podcasts "Unglaublich…" gehen TAG24-Chefredakteur Robert Kuhne und Politikberater Peter Stawowy (Flurfunk) einem Phänomen auf den Grund, das unsere Gesellschaft schleichend verändert: dem "Empathie-Burnout".

Wir sehen alles, jederzeit, in Echtzeit: Drohnen in der Ukraine, Raketen im Iran und Explosionen in Gaza. Und das Erstaunliche: News-Beiträge mit Schock- und Horror-Nachrichten erreichen höchste Klickzahlen.

Gesunde lehnen Menschen doch eigentlich schlimme Dinge intuitiv ab. Warum konsumieren wir diese Bilder trotzdem? Aus Angst, etwas zu verpassen? Oder weil wir in uns eine seelische Leere spüren, die wir mit Mitleid füllen wollen?

News-Medien mit Schuld an der Situation

Der Buckelwal vor der Insel Poel: Einzelne Schicksale berühren uns oft stärker als das Leid von Millionen Tieren.
Der Buckelwal vor der Insel Poel: Einzelne Schicksale berühren uns oft stärker als das Leid von Millionen Tieren.  © szedar

"Unser Gehirn ist für diese Menge an globalem Elend biologisch gar nicht gebaut", sagt Robert Kuhne. Wir weinen um einen gestrandeten Wal, während in deutschen Schlachthöfen 23 Tiere pro Sekunde sterben. Wir Menschen schaffen es einfach nicht, das ganze Leid einzuordnen und zu verstehen – es ist einfach zu viel.

In der aktuellen Folge konfrontiert ihn Peter Stawowy mit einer unbequemen, aber berechtigten Frage: "Sind Medien wie TAG24 nicht selbst Teil des Problems, indem sie das tägliche Leid und Elend erst verbreiten?"

Die Verantwortung der Medien ist unbestritten. Aber auch die Gesellschaft selbst hat eine eigene Nutzungs-Dynamik entwickelt, die zwischen Voyeurismus und Abstumpfung hin und her schwankt.

Wegschauen, um gesund zu bleiben

Robert Kuhne (li.) und Peter Stawowy im TAG24-Podcast-Studio.
Robert Kuhne (li.) und Peter Stawowy im TAG24-Podcast-Studio.  © Lukas Voigt

Warum schauen wir freiwillig Horrorfilme und hören Podcasts über Mörder, während wir vor News-Portalen warnen und über News-Vermeidung sprechen? Und gibt es überhaupt noch einen Ausweg aus der digitalen Abwärtsspirale?

Vom "Stockholm-Syndrom" der Nachrichtenjunkies bis zu Möglichkeiten, wie man aus dem Hamsterrad des medialen Leides aussteigen kann.

Und warum wir lernen müssen, wieder wegzuschauen, um nicht wahnsinnig zu werden.

Das alles hörst Du in der aktuellen Folge "Wie viel Leid können wir noch ertragen?".

Ab sofort überall verfügbar:

Hier ist die aktuelle Folge des Unglaublich-Podcasts

"Unglaublich… Der Podcast" ist eine Produktion der TAG24 NEWS Deutschland GmbH.

Titelfoto: szedar