Wer hat Angst vor Björn Höcke? Protokoll einer gefährlichen Inszenierung

ANZEIGE

Deutschland – Er darf gerichtlich als Faschist bezeichnet werden, sein Thüringer Landesverband gilt als gesichert rechtsextrem und er träumt offen von einem Deutschland, das durch "Blut-Abstammung" definiert wird.

Doch während die Brandmauer der etablierten Medien steht, passierte vor wenigen Tagen das Unglaubliche: Björn Höcke (54, AfD) bekam eine große mediale Bühne – viereinhalb Stunden lang, ungeschnitten, ungeschminkt.

Der YouTube-Podcast "{ungeskriptet}" von Ben Berndt hat mit dem Mammut-Interview ein politisches Beben ausgelöst. Über drei Millionen Klicks in Rekordzeit.

Höcke spricht 4,5 Stunden, wird kaum unterbrochen

Björn Höcke im Podcast "{ungeskriptet}" mit Host Ben Berndt.
Björn Höcke im Podcast "{ungeskriptet}" mit Host Ben Berndt.  © Screenshot {ungeskriptet}

Während Kritiker wie SPD-Innenpolitiker Helge Lindh von einer "verantwortungslosen Lust am Bösen" sprechen, feiert eine riesige Community die vermeintliche neue Offenheit.

Ist das noch mutiger Diskurs oder schon die Kapitulation vor dem Rechtsextremismus?

In der 16. Folge des neuen Video-Podcasts "Unglaublich…" gehen TAG24-Chefredakteur Robert Kuhne und Politikberater Peter Stawowy tiefer auf den Höcke-Auftritt ein.

Zuerst steht die Frage im Raum: Würde TAG24 Björn Höcke auch auf diese Weise interviewen? Oder ist ein "Flow-Gespräch" ohne Faktencheck bei einem Mann, der unsere Gesellschaft als "Demokratie-Simulation" verhöhnt, journalistischer Selbstmord?

Wie tolerant sollte eine Demokratie mit ihren Feinden sein?

4,5 Stunden Redezeit ohne echte Gegenrede.
4,5 Stunden Redezeit ohne echte Gegenrede.  © Screenshot {ungeskriptet}

Schnell wird klar, dass Höcke sich bei Ben Berndt perfekt inszeniert hat. Anders als die eher gemäßigte Berliner Bundes-AfD um Alice Weidel, wählt Höcke radikale Worte.

Die aktuelle Einwanderungs-Politik sei ein Mordkomplott gegenüber der deutschen Nation, alle anderen Parteien (auch das BSW) nennt er Kartell-Parteien und beschwört, dass Deutsche ihre Heimat verlieren werden, wenn sie zur Minderheit im eigenen Land werden.

Und immer wieder fragt man sich, warum Höcke in diesem Redefluss nicht hinterfragt oder gar gestellt wird. Ist das noch Toleranz oder schon Leichtsinn?

Vom "Vertrauenslehrer" zum Strategen des Systembruchs

TAG24-Chefredakteur Robert Kuhne (li.) und Politikberater Peter Stawowy analysieren den umstrittenen Höcke-Auftritt.
TAG24-Chefredakteur Robert Kuhne (li.) und Politikberater Peter Stawowy analysieren den umstrittenen Höcke-Auftritt.  © Lukas Voigt

Höcke verkauft sich in dem Podcast als liebender Vater (vier Kinder), als früherer Vertrauenslehrer, der seinem Land heute in der Politik nur dienen will. Peter Stawowy sieht darin eine PR-Show, die Höcke ungestört herunterspulen darf.

Von der gefährlichen Verwechslung zwischen Alice Weidels "Business-Kostüm" und Höckes völkischer Agenda bis hin zur Analyse, wie er sich über Sachsen-Anhalt (Landtagswahl am 6.9.26 und AfD aktuell bei 39%), Thüringen und den Osten den Rest der Republik holen will.

Die ganze Analyse zum Höcke-Auftritt hört Ihr jetzt bei "Unglaublich..." – dem Podcast über Medien, Macht und Wahrheit.

Die Folge "Wer hat Angst vor Björn Höcke?" ist ab sofort verfügbar:

Hier ist die aktuelle Folge des Unglaublich-Podcasts

"Unglaublich… Der Podcast" ist eine Produktion der TAG24 NEWS Deutschland GmbH.

Titelfoto: Screenshot {ungeskriptet}