Aus nach über 100 Jahren! Traditionsfirma beendet Zigarren-Produktion in Deutschland
Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) - Nach 115 Jahren ist Schluss: Die Traditionsfirma Villiger stellt die Zigarrenproduktion in ihrer Fabrik im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen ein.
Wie der "Südkurier" berichtet, will das Unternehmen die Herstellung bis Ende 2027 schrittweise an den Stammsitz im schweizerischen Pfeffikon sowie in das Werk im indonesischen Jember verlagern.
Als Gründe nennt der Konzern sowohl Überschneidungen bei Produkten und Produktionsabläufen innerhalb des Betriebs als auch deutliche Veränderungen im Marktumfeld. Übersetzt bedeutet dies: Es wird weniger geraucht. Zugleich verschärfen sich gesetzliche Auflagen für die Tabakbranche.
"Die Konsolidierung der Produktion ist ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen", erklärt Villiger-Chef Christoph Schüpbach. 40 Angestellte verlieren durch diese Maßnahme ihre Jobs.
Komplett verabschiedet sich die Firma jedoch nicht aus Tiengen. Künftig sollen dort vor allem Zigarren und Zigarillos für den europäischen Markt verpackt, etikettiert und für den Versand vorbereitet werden. Derzeit arbeiten noch 190 Leute für Villiger am Hochrhein.
Das 1888 gegründete Schweizer Zigarrenunternehmen produziert heute nach eigenen Angaben jährlich eine Milliarde Zigarren und Zigarillos und macht 140 Millionen Franken (rund 151 Millionen Euro) Umsatz. Im Juli 2025 verstarb Zigarrenpatron Heinrich Villiger (†95) – nach über 75 Jahren Tätigkeit im Familienbetrieb.
Titelfoto: Montage: Villiger Söhne GmbH/PR, 123RF/shaiith
