Binnenschiffer fährt mit nur zehn Prozent Ladung: "Möchte Gas geben und es geht nicht"
Von Jennifer Kramer
Sondernheim/Karlsruhe - Binnenschiffer Patrick Mnich fährt auch bei extremem Niedrigwasser noch über den flachen Rhein. Wo seine größten Herausforderungen liegen und was er tut, wenn er statt Wasser Kies unter sich hat.
Er sitzt im roten Steuerhaus seines Schiffes, der GMS Kallisto, während er über den Oberrhein steuert und erklärt: "Ich möchte gerne Gas geben, und es geht nicht, weil, es ist kein Wasser da."
Stellenweise lägen nur 30 bis 40 Zentimeter zwischen dem Flussgrund und der GMS Kallisto. Sonst könne das Schiff im schlimmsten Fall aufsetzen und liegen bleiben. "Ich kann Gas geben und werde langsamer, weil ich mich dann am Grund festsauge", meint er.
Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Oberrhein (WSA) sind die Pegelstände am Oberrhein seit Anfang Juni vergleichsweise niedrig.
Der 33-Jährige transportiert Maschinenteile für Windkraftanlagen, die er vor mehr als einer Woche in Magdeburg geladen hat. Stellenweise kommt er nur sehr langsam voran.
Fahrt auf eigenes Risiko
Patrick Mnichs Schiff kann eigentlich 1570 Tonnen laden, derzeit transportiert es aber nur 150 Tonnen - rund zehn Prozent seiner Kapazität. Bei Niedrigwasser würde es sonst zu tief eintauchen.
Nach Angaben der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt gibt es keine Grenze, ab der Schiffe bei Niedrigwasser nicht mehr fahren dürfen. Die Verantwortung dafür, ob ein Schiff fährt und wie viel es lädt, liege beim Schiffsführer.
Seine Hoffnung für die nächste Zeit: "Also, wenn wir einen halben Meter mehr Wasser hätten, wäre ich schon sehr dankbar. Nicht für mich, sondern damit die Kundschaft wieder aufs Wasser zurückkommt", erklärt er.
Titelfoto: Bildmontage: René Priebe/dpa
