Von Maximilian von Klenze
Stuttgart - Die Frau von Ministerpräsident Cem Özdemir (60), Flavia Zaka, hat mit Verständnis auf die Aufregung nach ihrem Interview auf Englisch reagiert.
"Ich kann verstehen, dass viele Menschen denken, dass ich Deutsch sprechen sollte", sagte sie der "Schwäbischen Zeitung". In den sozialen Medien hatten sich Menschen darüber empört, dass sie auf Englisch geantwortet hatte.
"Natürlich möchten diejenigen, für die Schwäbisch ihre vertrauteste Sprache ist, diese Sprache gepflegt, geschützt und von Menschen in repräsentativen Positionen vertreten sehen", so Zaka.
Sie wisse, "wie es sich anfühlt, wenn man nicht das Gefühl hat, dass die eigene Sprache mit Stolz getragen und repräsentiert wird". Gleichzeitig brauche auch sie Zeit, um ihren eigenen Zugang zu der Sprache und zum Dialekt zu finden.
Es gebe regelmäßig Aufregung darüber, dass sie in Interviews nicht Deutsch spreche, sagte Zaka.
Migrationsgeschichte öffne neue Perspektiven
"Es geht um Fragen dazu, wie ich mich in die deutsche Kultur, die schwäbische Kultur und das politische Leben einfinde. Und das alles zusätzlich vor dem Hintergrund meiner Migrationsgeschichte."
Zaka ist gebürtige Albanerin, wanderte aber in jungen Jahren nach Kanada aus und lebt seit kurzer Zeit in Baden-Württemberg.
"Das ist einfach eine Tatsache meines Lebens: Ich komme immer wieder in neue Umfelder, in denen ich zunächst eine Außenseiterin bin. Das ist manchmal sehr schwierig." Gleichzeitig eröffne ihr ihre Migrationsgeschichte auch neue Perspektiven, so Zaka.
"Man sieht sich selbst, die eigenen Bräuche und Gewohnheiten in einem neuen Licht, wenn eine andere Kultur zum Vergleichspunkt wird. Man begegnet anderen Formen, miteinander zu leben, zu feiern und mit Herausforderungen umzugehen."