Von Anika von Greve-Dierfeld
Konstanz - Konzert gegen Krieg - dafür hat sich der 13 Jahre alte Jungpianist Levin Giesler einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht: Bei Niedrigwasser spielte er auf dem sogenannten Teufelstisch auf dem Bodensee bei Konstanz.
Rund 40 Zuhörer lauschten dem Konzert, wie Vater Holger Giesler berichtete. Ein eigens entwickeltes Instrument, ein sogenannter Hybridflügel, der halb elektronisch funktioniert, wurde dafür per Segelboot und zusätzlichem Schlauchboot an den Standort transportiert - zerlegt in drei Teile.
Der Teufelstisch ist eine Felsformation, die etwa 50 Meter vom Ufer entfernt frei im See steht. Das Plateau des Felsens, auf dem nun der Hybridflügel stand, liegt normalerweise deutlich unterhalb der Wasseroberfläche. Das Wasser stand beim Auftritt am vergangenen Freitag nur einige Zentimeter hoch.
Sohn Levin spielte barfuß eine Mischung aus Klassik und Pop, darunter "Bohemian Rhapsody" von Queen. Das Konzert sollte der Auftakt sein für eine Reihe von Auftritten im kommenden Jahr.
Dabei will Levin - natürlich möglichst in den Schulferien - in europäischen Hauptstädten für Frieden, insbesondere mit Blick auf den von Russland angezettelten Krieg mit der Ukraine, spielen. Letzteres sei seinem Sohn ein besonderes Anliegen, wie Giesler sagte. Levins Mutter und Großvater stammten aus Russland. Termine für die Antikriegs-Konzerte gebe es noch nicht.