Nach Todesfällen: Droht Flughafen-Malaria auch im Südwesten?

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Von Martin Oversohl

Stuttgart - Menschen in Baden-Württemberg müssen sich wegen der jüngsten Malaria-Fälle im Raum Frankfurt nach Einschätzung von Experten derzeit nicht besonders schützen oder ihr Verhalten anpassen.

Infizierte Mücken können über Gepäckstücke im Flieger mit nach Deutschland gebracht werden. (Symbolfoto)
Infizierte Mücken können über Gepäckstücke im Flieger mit nach Deutschland gebracht werden. (Symbolfoto)  © James Gathany/AP/dpa

Das Risiko einer Ansteckung sei im Südwesten sehr gering, sagten ein Tübinger Tropenmediziner und eine Fachvirologin des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur.

Am Dienstag hatte das Frankfurter Gesundheitsamt bekanntgegeben, dass zwei Anwohner in der Nähe des Airports an sogenannter Flughafen-Malaria erkrankt seien, einer davon starb an der Infektion. Die Betroffenen arbeiteten demnach nicht am Flughafen und waren zuvor nicht in einem Malaria-Risikogebiet.

Die Behörden vermuten, dass sie von infizierten, eingeschleppten Anopheles-Mücken gestochen wurden. Im Sommer waren bereits sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben.

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Damit es zu einer solchen Infektion kommt, müsste eine mit Malaria-Erregern infizierte Mücke etwa mit einem Flugzeug oder über Fracht nach Deutschland gelangen, den Transport überleben und anschließend einen Menschen stechen. Unter günstigen Bedingungen können Anopheles-Mücken mehrere Kilometer zurücklegen.

Warum das Risiko im Südwesten gering ist

Eine dauerhafte Übertragung von Malaria halten Experten in Baden-Württemberg für unwahrscheinlich. (Symbolfoto)
Eine dauerhafte Übertragung von Malaria halten Experten in Baden-Württemberg für unwahrscheinlich. (Symbolfoto)  © Stephen Morrison/EPA/dpa

Der Tübinger Malaria-Experte Peter Kremsner hält es für wenig wahrscheinlich, dass eine infizierte Mücke aus den Tropen nach Deutschland gelangt. "Ganz auszuschließen ist es nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr, sehr gering weit weg von internationalen Flughäfen", sagte er.

Malaria werde nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Ein Reisender aus den Tropen könne die Krankheit daher nicht einfach an Angehörige weitergeben.

Das Risiko sei in Baden-Württemberg dennoch deutlich geringer als rund um den Frankfurter Flughafen, sagte Christiane Wagner-Wiening, Expertin des baden-württembergischen Landesgesundheitsamts. Weder in Stuttgart noch in Baden-Baden gebe es Fluglinien, die Malaria-Endemiegebiete anfliegen würden.

Titelfoto: James Gathany/AP/dpa

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