Von Aleksandra Bakmaz
Stuttgart - Die Zahl der registrierten queerfeindlichen Straftaten in Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Wurden 2022 noch 54 Fälle erfasst, waren es im vergangenen Jahr 200. Darunter waren 22 Gewaltdelikte, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervorgeht.
Queere Menschen werden teilweise auch über Dating-Apps in Fallen gelockt. Der Polizei seien Fälle bekannt, in denen es nach der Anbahnung von Treffen über Dating-Plattformen zu Straftaten gegen queere Menschen durch einzelne Täter oder Tätergruppen gekommen sei, heißt es in der Antwort.
Ob die Täter untereinander strukturell vernetzt sind, sei allerdings nicht bekannt. Auch wie viele solcher Taten es gibt, lässt sich aus den Angaben nicht ablesen. Die Begriffe "queerfeindlich" und "Dating-Apps" sind in der Statistik politisch motivierter Kriminalität keine eigenständigen Erfassungskategorien.
Die Zahl der erfassten Straftaten stieg von 54 im Jahr 2022 auf 116 im Jahr 2023 und 135 im Jahr 2024. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 34 Fälle registriert, darunter drei Gewaltdelikte. Damit lagen die Zahlen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Das Innenministerium führt den Anstieg auf verschiedene mögliche Faktoren zurück. Dazu zählten gesellschaftliche Entwicklungen, eine veränderte Sensibilität und ein verändertes Anzeigeverhalten. Eine eindeutige Ursache für den Anstieg lasse sich aus der Statistik aber nicht ableiten.