Von David Nau
Stuttgart - Die Polizei in Baden-Württemberg hat in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg an Straftaten mit Drohnen registriert.
Wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage der SPD hervorgeht, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 36 Straftaten, an den Drohnen beteiligt waren. Im Vorjahr hatte die Zahl bei 28 gelegen, 2023 noch bei 17.
Für das laufende Jahr rechnet das Ministerium mit noch mehr Drohnen-Straftaten: Auf Basis der Monate Januar bis Juni zeichne sich bereits ein Anstieg ab, hieß es.
Am häufigsten erfasste die Polizei im vergangenen Jahr laut Innenministerium Fälle, in denen die Drohne zur Verletzung der Privatsphäre genutzt wurde - also etwa, wenn mithilfe von Drohnen in Wohnungen fotografiert wurde. 15 solcher Fälle führt das Ministerium in seiner Antwort auf die SPD-Anfrage auf.
Auch der Luftverkehr wurde demnach immer wieder von Drohnen gestört. 2025 erfassten die Behörden elf entsprechende Fälle und damit etwas mehr als noch 2024.
Aufgeklärt wurden 2025 laut Innenministerium weniger als die Hälfte aller Vorfälle (47,2 Prozent).
Anstieg für 2026 erwartet
Für das laufende Jahr nennt das Ministerium bislang keine Zahlen. Es geht aber von einem weiteren Zuwachs aus. Auf Basis der Monate Januar bis Juni zeichne sich ein Anstieg der Straftaten mit Drohnen ab, schreibt das Innenministerium.
Einen akuten Änderungsbedarf an der Rechtslage im Land sieht das Innenministerium nicht. Die Polizei habe bereits jetzt die Möglichkeit Drohnen zu erkennen und gegen sie vorzugehen, wenn von ihnen Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehe, schreibt das Ministerium in der Antwort auf die SPD-Anfrage.
Zuständig seien bei Drohnensichtungen zunächst die regionalen Polizeipräsidien, die etwa die Unterstützung des Drohnen-Kompetenz- und Abwehrzentrums der Polizeihubschrauberstaffel anfordern könnten.