Feuer im "Adlernest"! Kehlsteinhaus in Berchtesgaden brennt: War es Brandstiftung?
Von Gaby Maria Mahlberg, Sophia-Caroline Kosel
Berchtesgaden - Bei dem Feuer im Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden laufen die Löscharbeiten und die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Eine verdächtige Person sei vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei in Oberbayern am frühen Morgen mit.
Ob die festgenommene Person mit dem Brand in Zusammenhang steht, werde noch untersucht. Die Kriminalpolizei Traunstein habe die Ermittlungen übernommen.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr am Freitagabend an der Berggaststätte eingetroffen und hatten einen Großbrand festgestellt.
Die Anfahrt zum Kehlsteinhaus mit den Löschzügen gestaltete sich demnach wegen der Lage des Gebäudes schwierig. Zudem könnten das nähere Umfeld der Gaststätte sowie das Gebäude selbst nur mir schwerer Atemschutzausstattung betreten werden.
Von Verletzten geht die Polizei aber nicht aus. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten.
Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus - auch Eagle's Nest (Adlernest) genannt - in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.
Kehlsteinhaus in NS-Zeit erbaut
Das Gebäude auf 1834 Metern Höhe ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.
Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: "Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering."
Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. "Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern."
Titelfoto: Bildmontage: Peter Kneffel/dpa, Screenshot
