Mehr als 1,77 Millionen Schüler: Lehrermangel bleibt Thema in Bayern
Von Marco Hadem
München - Trotz des aktuellen Moratoriums für Lehrerstellen an Bayerns Schulen sieht Kultusministerin Anna Stolz (43, Freie Wähler) die Unterrichtsversorgung im nächsten Schuljahr "stabil" gesichert.
Sie wolle die Rahmenbedingungen aber auch nicht schönreden, sagte die Ministerin in München, die Situation sei "sehr angespannt".
Dank einer frühzeitigen Planung sei die Unterrichtsversorgung aber sichergestellt – und "das war keine Selbstverständlichkeit", wie Stolz betonte.
Das Stellenmoratorium koste "viel Kraft", für das nächste Schuljahr seien aber bereits 1500 zusätzliche Lehrerstellen im Haushalt des Freistaates verankert.
Zum Schuljahr 2026/2027 starten bayernweit rund 5000 junge Menschen als Referendare in den Vorbereitungsdienst an den Schulen - so viele wie seit Jahren nicht mehr.
Zudem stellte der Freistaat zum Schuljahr 2026/2027 rund 4100 neue Lehrkräfte ein - sie rücken auf Stellen, die frei geworden sind.
Stolz betonte, dass "nahezu" alle Bewerber eingestellt worden seien, gleichwohl gebe es an einigen Schulen weiter Bewerberengpässe. Neue Stellen gestattet das von CSU und Freien Wählern beschlossene Moratorium keine, Hintergrund sind Sparvorgaben im Haushalt.
Neue Prüfungskultur, neue Formate, mehr Flexibilität
Die Zahl der Schüler steigt zum neuen Schuljahr in Bayern erneut. Laut Stolz werden 1,77 Millionen Schüler erwartet, das seien rund 20.000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Stolz sprach vom höchsten Stand seit 15 Jahren.
Zum Start des neuen Schuljahres greifen einige Änderungen. Stolz sprach davon, dass jetzt eine "zeitgemäße Prüfungskultur" starte, welche neben den "bewährten" Aufgaben auch mehr "innovative Formate" ermögliche.
Hierzu zählten Präsentationen, Projekte, Debatten und praxisnahe Aufgaben. Auf die gerade von Schülern und Eltern seit Jahren kritisierten und auch bei Bildungsexperten nicht unumstrittenen "Exen", jederzeit mögliche unangekündigte Abfragen, ging sie dabei nicht ein.
Die private Nutzung von Handys ist ab dem neuen Schuljahr für alle Schüler bis einschließlich der siebten Stufe verboten. Auch Eltern sollen künftig bei Infoveranstaltungen besser für die Risiken sensibilisiert werden.
"Die Ministerin macht einen großen Bogen um den Elefanten im Raum: nämlich den gravierenden Lehrkräftemangel an Bayerns Schulen", sagte Gabriele Triebel (65) von den Grünen im Landtag.
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