Neugeborenen-Screening rettet Babys das Leben

Von Christoph Trost

München - Im Rahmen des Neugeborenen-Screenings auf bestimmte Krankheiten ist in Bayern in den vergangenen zehn Jahren bei 281 Kindern Mukoviszidose diagnostiziert worden.

Beim Neugeborenen-Screening werden den Babys am zweiten oder dritten Lebenstag wenige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen und im Labor untersucht.  © Stefan Sauer/dpa

Die vor zehn Jahren bundesweit eingeführte Untersuchung auf die Erbkrankheit habe sich damit bewährt, betonte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (40, CSU). Bei den betreffenden Kindern habe damit frühzeitig mit der Behandlung begonnen werden können.

Mukoviszidose ist eine erbliche Krankheit. Eine Genveränderung führt dazu, dass sich zähflüssiger Schleim in den Atemwegen und Organen bildet, die sich dauerhaft entzünden. Häufig ist die Funktion der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt.

Bei schweren Verläufen kann infolge von wiederholten Lungenentzündungen die Lungenfunktion erheblich beeinträchtigt werden. Zurzeit gibt es keine Heilungsmöglichkeit.

Bayern Mondfinsternis in Bayern: Wolken vermiesen es mancherorts

Allerdings können Krankheitsfolgen durch verschiedene Therapieansätze verbessert oder gelindert werden, sodass die Lebenserwartung der Patienten inzwischen kontinuierlich gestiegen ist. "Das Neugeborenen-Screening ist eine echte Erfolgsgeschichte der Präventivmedizin. Es kann Kinderleben retten", betonte Gerlach.

Anzeige

281 Mukoviszidose-Diagnosen bei Neugeborenen in Bayern

Die Proben werden im Labor untersucht. Eltern müssen vorher ihr Einverständnis geben.  © Uwe Anspach/dpa

Eine frühzeitige Diagnose sei gerade bei Mukoviszidose von entscheidender Bedeutung. "Denn sie ermöglicht einen schnellen Therapiebeginn - oft bevor erste Krankheitszeichen auftreten. So können die Lebensqualität und die Entwicklung der betroffenen Kinder nachhaltig verbessert werden."

Die Untersuchung auf Mukoviszidose ergänzt seit dem 1. September 2016 das Neugeborenen-Screening auf angeborene Stoffwechsel- und Hormonstörungen.

Dabei werden den Babys am zweiten oder dritten Lebenstag wenige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen und im Labor untersucht. Die Teilnahme am Neugeborenen-Screening ist freiwillig und setzt die Einwilligung der Eltern voraus.

Bayern Nach Ammoniak-Alarm: Materialfehler wohl Ursache für Austritt

Die allermeisten stimmen zu: In Bayern werden seit Jahren rund 99 Prozent aller Neugeborenen im Rahmen des Screenings untersucht.

Mehr zum Thema Bayern: