Bahn-Sperrung zwischen Berlin und Hannover: Züge brauchen 80 Minuten länger
Von Matthias Arnold
Berlin - Auf Fahrgäste der Deutschen Bahn kommen ab Freitag zwischen Berlin und Hannover erhebliche Einschränkungen zu. Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten wird die Strecke für 14 Monate gesperrt. Fernzüge werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet und benötigen dadurch rund 80 Minuten länger.
ICE-Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls betroffen. Eine Fahrt von Berlin nach Düsseldorf dauert dann mindestens fünfeinhalb Stunden.
Auch im Regionalverkehr kommt es zu Einschränkungen.
Die Bahn will während der Bauarbeiten ein Grundangebot aufrechterhalten. So fahren Regionalzüge unter anderem zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge.
Für einzelne Verbindungen, etwa von Stendal nach Wolfsburg, müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen.
Umleitung verzögert sich
Ursprünglich sollten die Fernzüge ab Mitte Dezember über die parallel verlaufende Strecke zwischen Lehrte und Berlin fahren.
Die dort laufende Elektrifizierung verzögert sich jedoch erheblich und soll nun erst Ende 2027 abgeschlossen sein. Deshalb müssen die Züge voraussichtlich im gesamten kommenden Jahr über die längeren Umleitungsstrecken fahren.
Grund für die Sperrung ist eine umfassende Sanierung der Verbindung. Bis Dezember 2027 sollen unter anderem Hunderte Kilometer Gleise, Weichen und Oberleitungen sowie Lärmschutzwände erneuert werden. Auch Stellwerke und Bahnhöfe werden modernisiert.
Besonders aufwendig sind die Arbeiten rund um Stendal: Dort müssen nach Angaben der Bahn mehr als 50 Kilometer Betonfahrbahn erneuert werden. Dafür werden zehntausende Tonnen Betonplatten entfernt und neu verlegt.
Die Strecke Berlin-Hannover gehört zur sogenannten Generalsanierung der Deutschen Bahn, mit der stark belastete Bahnstrecken modernisiert werden sollen.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

