Berliner Kneipenchor wird 15: "Das hat tatsächlich keiner erahnt"

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Berlin - Wir schreiben das Jahr 2011: Eisbär Knut stirbt, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (54, CSU) tritt nach einer Plagiatsaffäre zurück, der Papst kommt in die Hauptstadt, Klaus Wowereit (73, SPD) wird wiedergewählt und der Berliner Kneipenchor wird gegründet. 15 Jahre später ist aus der "Schnapsidee" eine echte Berliner Institution geworden. Am Freitag wird daher im Festsaal Kreuzberg groß gefeiert.

Der Berliner Kneipenchor kennt auch die große Bühne, wie etwa den ZDF-Fernsehgarten.
Der Berliner Kneipenchor kennt auch die große Bühne, wie etwa den ZDF-Fernsehgarten.  © IMAGO / pictureteam

1000 Leute werden zum 15. Geburtstag erwartet!

"Das hat tatsächlich keiner erahnt. Nino Skrotzki, der ehemalige Sänger von Virginia Jetzt hat den Chor damals mit ein paar Freunden gegründet, die einfach nicht in der Kirche singen wollten, beziehungsweise keine Kirchensongs machen wollten", erzählt Sängerin Lilli Born im Interview mit TAG24.

"Das ist eigentlich nur so aus einer Lust am Singen und am gemeinsamen Abhängen entstanden. Da war das tatsächlich nicht abzusehen. Das war jetzt kein Long-Term-Plan des Chores. So ein 15-Jahre-Plan und jetzt geschafft", schildert sie lachend.

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Große Bühnen sind die mehr als 30 Sänger und Sängerinnen inzwischen gewöhnt, traten sie dieses Jahr auf dem Lollapalooza auf und gehören quasi zum Stammpersonal auf dem Feel Festival. "Da sind wir quasi zu Hause. Natürlich gibt es schon auch noch andere Festivals, auf die wir gerne gehen würden. Da gibt es viel Raum nach oben", so Lilli, die am Freitag ihre eigene Single "Already" veröffentlichen wird.

Doch nicht nur in Konzerthallen oder auf Festival fühlen sie sich pudelwohl. Sie werden ihrem Namen gerecht und treten weiterhin regelmäßig in Bars auf - was aber nicht immer so ganz einfach ist. "Das Problem ist, dass die Bars in Berlin für uns nicht so viel Platz haben. Wir sind 33 Sänger*innen. Da passen wir in diese schnuckeligen, alt-Berliner Kneipen nicht so gut rein. Das ist immer spannend, weil wir uns auf Kneipentour dann immer ganz schön quetschen müssen."

Berliner Kneipenchor: Special-Guests werden im Festsaal Kreuzberg erwartet

Bosse (46) ist ein bekennender Fan des Berliner Kneipenchors.
Bosse (46) ist ein bekennender Fan des Berliner Kneipenchors.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Fokus liegt dann doch eher auf dem Gesang als am Glas: "Es gibt mittlerweile auch einige Leute, die dem Alkohol schon wieder abgeschworen haben - die dürfen aber bleiben", scherzt Sängerin Lilli Born.

"Es gibt schon den Anspruch, dass man eine gute Stimme hat, ein gutes Gehör hat und musikalisch ist. Die anderen 50 Prozent dann sind eigentlich, dass man eine coole Socke ist. Also Geselligkeit, Lust auf verrückte Sachen machen. Wir fahren ja auf Festivals, machen Fernsehauftritte, aber wir ziehen auch durch die Kneipen und verbringen einfach super viel Zeit miteinander. Es ist nicht nur: Ich komme, singe und gehe wieder nach Hause. Wir sind schon ein enger Freundeskreis", sagt sie.

Mit weiteren Freunden und Gästen wird am Freitag vor ausverkauftem Haus groß gefeiert. Auch Special-Guests werden dann auf der Bühne stehen.

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Wer wird noch nicht verraten, die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass zumindest ein Song, der immer funktioniert gespielt wird: "Alles neu" von Peter Fox (55). "Den haben wir bei unserer Chorfahrt auf Malle aufgenommen. Wir waren da in so einer geilen Finca mit mehreren Terrassen und Pool und so. Dann haben wir uns einfach lässig in dieses Wohnzimmer gehockt und dann diesen Song performt."

Und was kommt danach? "Wir wollen erstmal wieder in Urlaub fahren. Irgendwo weiter weg, in die Sonne und kreativ sein: Weiter singen, neue Stücke, neue Mashups, einfach am Zahn der Zeit bleiben. Da haben wir super viele Ideen. Uns verbindet ja das Singen. Das ist das, was wir machen."

Titelfoto: IMAGO / pictureteam

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