600.000 Anwahlversuche: Ermittler schalten Plattform für Telefonbetrüger ab

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Berlin/Belgrad - Bei einem internationalen Einsatz gegen Telefonbetrug haben Ermittler in Deutschland und Serbien mehrere Wohnungen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen.

Den Ermittlern gelang ein Schlag gegen mutmaßliche Betrugshelfer. (Symbolbild)
Den Ermittlern gelang ein Schlag gegen mutmaßliche Betrugshelfer. (Symbolbild)  © Christophe Gateau/dpa

Fünf Beschuldigten im Alter von 23 bis 41 Jahren wird Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen vorgeworfen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin am Dienstag gemeinsam mitteilten.

Die Verdächtigen sollen eine Plattform betrieben haben, über die Kriminelle bei Anrufen falsche Telefonnummern anzeigen lassen konnten. So sollen unter anderem Betrugsversuche durch angebliche Bankmitarbeiter und Polizisten ermöglicht worden sein. Nach bisherigen Erkenntnissen gingen von der Infrastruktur mindestens 600.000 Anwahlversuche aus.

In bislang 70 Fällen konnten die Ermittler einen Schaden von insgesamt rund 764.000 Euro nachweisen. Die mutmaßlichen Betreiber sollen mit ihrem Dienst mehr als 1,6 Millionen Euro eingenommen haben. Nach Einschätzung der Ermittler könnte es sich um den größten Anbieter dieser Art im deutschsprachigen Raum handeln.

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Bereits am 7. Oktober waren in Serbien drei Objekte durchsucht und zwei Männer im Alter von 26 und 27 Jahren aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen worden.

Berliner Ermittler untersuchen den Fall seit Februar 2025

Bei dem internationalen Einsatz gegen Telefonbetrug gab es zwei Festnahmen. (Symbolbild)
Bei dem internationalen Einsatz gegen Telefonbetrug gab es zwei Festnahmen. (Symbolbild)  © Lilli Förter/dpa

Am Dienstag folgten Durchsuchungen in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dabei richteten sich die Maßnahmen in NRW gegen 14 weitere Beschuldigte.

Zudem wurden Domains, Server, Telegram-Konten und weitere technische Infrastruktur der Plattform beschlagnahmt und abgeschaltet. Die Berliner Ermittler untersuchen den Fall seit Februar 2025.

Die beiden in Serbien festgenommenen Männer sollen nach Deutschland überstellt werden.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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