Messer-Streit und Schüsse in Berlin: Opfer offenbar mit Clan-Angehörigem verwechselt

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Von Matthias Kuhnert, Marlen Rothenburg

Berlin - Sonntagnacht wurde ein Mann (22) aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug vor einer Polizeiwache in Berlin angeschossen. Der Fall steht nach Polizeiangaben im Zusammenhang mit einer Messerattacke, die sich kurz zuvor mit den Beteiligten in Wedding abgespielt haben soll.

Die Berliner Polizei am Tatort.
Die Berliner Polizei am Tatort.  © X/Polizei Berlin

Der 22-Jährige erlitt eine Schussverletzung am Bein und wurde im Krankenhaus operiert, wie die Polizei mitteilte. Er werde stationär behandelt, lebensbedrohlich verletzt worden sei er nicht.

Laut Polizei handelt es sich bei dem Angeschossenen um einen der Beteiligten der Auseinandersetzung vor einem Restaurant in der Torfstraße, bei der ein 16-Jähriger durch einen Messerstich verletzt wurde. Die drei Tatverdächtigen wurden vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach "Bild"-Informationen galt möglicherweise ein Angehöriger einer bekannten Berliner Großfamilie als eigentliches Ziel des oder der Schützen. Dabei soll es sich um einen 37-Jährigen handeln, der zuvor wegen des Verdachts einer Beteiligung an der Messerattacke festgenommen worden war.

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Er soll die Wache gegen 2 Uhr verlassen haben. Kurz darauf kam der 22-Jährige heraus, den die Schützen offenbar mit dem 37-Jährigen verwechselten und auf den sie mehrfach das Feuer eröffneten. Neben dem 22-Jährigen wurden dabei auch parkende Autos getroffen. Die Polizei sicherte noch in der Nacht Spuren, die Perleberger Straße wurde dafür zeitweise gesperrt.

Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft. Erst am Donnerstagabend wurde in Steglitz auf einen 17-Jährigen geschossen, der dabei lebensgefährlich verletzt wurde.

Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne einen tatsächlichen Schuss. Die Täter stammen nach Erkenntnissen der Polizei oft aus Kreisen der türkischen Mafia, die in mehreren Ländern Inhaber von Geschäften und Restaurants bedroht und erpresst.

Erstmeldung um 8.40 Uhr, aktualisiert um 20.14 Uhr

Titelfoto: X/Polizei Berlin

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