Nächster Brandanschlag auf Berliner Stromversorgung
Von Marion van der Kraats, Andreas Rabenstein
Berlin - Auf Starkstromkabel in Berlin-Marzahn ist am Montagmorgen ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen nicht von einer politisch motivierten Tat aus.
Durch das Feuer unter einer Kabelbrücke wurde die Ummantelung der Stromkabel beschädigt, es kam aber nur für einen kurzen Moment zu einer Unterbrechung der Stromversorgung, wie die Behörde mitteilte.
Unter einer Brücke an der Boxberger Straße brannten nach Angaben der Feuerwehr gegen 4 Uhr am frühen Morgen Altreifen und Gerümpel. Die Täter hätten die Gegenstände unter die Stromkabel gelegt und anschließend angezündet, so die Polizei.
Ermittlungen wegen Brandstiftung wurden eingeleitet und vor Ort Spuren gesichert, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der für politisch motivierte Taten von Extremisten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) war zunächst nicht an den Ermittlungen beteiligt.
Nach Angaben des Sprechers von Stromnetz Berlin, Henrik Beuster, wurden zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt beschädigt. Die Reparaturarbeiten seien im Gange.
GdP geht von gezieltem Angriff auf Infrastruktur aus
19 Firmen und Gewerbebetriebe mussten vorübergehend vom Stromnetz getrennt werden. "Sie werden seit etwa 9 Uhr aber wieder über ein Notstromaggregat versorgt", sagte Beuster.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vermutet einen gezielten Angriff auf die Infrastruktur.
"Die Ermittlungen zur schweren Brandstiftung laufen ergebnisoffen in alle Richtungen, aber wer bei mehreren angezündeten Reifen unter einer Kabelbrücke von einem Zufall ausgeht, glaubt auch an den Weihnachtsmann", teilte GdP-Sprecher Benjamin Jendro mit.
In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Anschlägen auf Stromtrassen in Berlin. Diese führten teils zu großen Stromausfällen und wurden linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet. Dabei handelte es sich um professionell durchgeführte Anschläge.
Titelfoto: Marco Porzig/dpa

