Schüsse auf Geschäft von Rap-Star Samra, dann macht die Polizei eine brisante Entdeckung

Von Sven Bleilefens, Matthias Kuhnert

Berlin - Schon wieder! Unbekannte haben am frühen Morgen mehrmals auf einen Barbier-Salon im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geschossen.

In Berlin wurde zuletzt vermehrt auf Geschäfte geschossen. Diesmal in Lichterfelde.  © Michael Ukas/dpa

Bei dem Angriff auf das Geschäft sei auch ein selbst gebastelter Sprengsatz gezündet worden, dieser sei aber nicht explodiert, sagte eine Polizeisprecherin. Verletzt wurde niemand. Anwohner hätten die Einsatzkräfte alarmiert. Zu den Hintergründen der Tat wurde zunächst nichts bekannt. 

Das Geschäft in Lichterfelde steht in Verbindung zum Berliner Rapper Samra (31), der mit seinem Namen für den Laden wirbt. Samra und sein Rapper-Kollege Capital Bra (31) sind am Vortag in Berlin-Kreuzberg auf dem Oranienplatz im Rahmen einer Werbeaktion für ein geplantes gemeinsames Album aufgetreten

Teile der Straße, auf der das Geschäft steht, waren am Morgen in beide Richtungen gesperrt. Die Ermittlungen habe die Sondereinheit "Ferrum" (lateinisch für Eisen) beim Landeskriminalamt (LKA) übernommen, teilte die Polizei weiter mit.

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Sie wurde vor mehr als neun Monaten eingerichtet, um die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) in Berlin zu stärken. 

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Samra (31) begrüßt die zahlreichen Fans in Kreuzberg.  © Carsten Koall/dpa

Immer wieder Schüsse in Berlin

Immer wieder kommt es in diesem Zusammenhang seit Monaten zu Schüssen und gezielten Angriffen auf Geschäfte. Auch Handgranaten oder andere Sprengsätze wie in diesem Fall wurden dabei genutzt. 

"Ferrum" hat eigenen Angaben zufolge seit der Gründung bereits mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet (Stand 13. August). Bei der Berliner Staatsanwaltschaft ist die Ermittlungsgruppe "Telum" (lateinisch für Angriffswaffe) für die Verfahren zuständig. Sie wurde in Reaktion auf "Ferrum" eingerichtet. Die beiden Einheiten arbeiten eng zusammen.

"Losgelöst davon, ob der Laden einem Rapper gehört oder nicht, sehen wir in der letzten Nacht einen weiteren Beleg für die besorgniserregende Entwicklung, dass zur Konfliktlösung oder Durchsetzung eigener Interessen zunehmend zu Schusswaffen und längst sogar zu Brand- und Sprengsätzen gegriffen wird", teilte die Gewerkschaft der Polizei mit.

Erstmeldung um 9.29 Uhr, aktualisiert um 10.49 Uhr

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