Berlin - Die Blutversorgung in Berlin und den Regionen des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost gerät zunehmend unter Druck. Die Blutreserven reichen derzeit für deutlich weniger als drei Tage.
Um Krankenhäuser und Arztpraxen zuverlässig mit Blutpräparaten versorgen zu können, wären Vorräte für vier bis fünf Tage notwendig, so das DRK.
Die erste größere Erkältungswelle und die noch laufenden Herbstferien würden sich bei den Blutspenden bemerkbar machen.
Wenn mehr Menschen an grippalen Infekten leiden oder verreist sind, würden erfahrungsgemäß weniger Spender zu den Terminen kommen. Der Bedarf an Blutpräparaten in den Kliniken bleibe jedoch gleichzeitig hoch.
Hinzu komme, dass Blutpräparate nur begrenzt haltbar sind. Um die Versorgung von Patienten dauerhaft sicherzustellen, muss deshalb kontinuierlich Blut gespendet werden.
Der DRK-Blutspendedienst appelliert deswegen an alle gesunden Menschen, in den kommenden Tagen und Wochen einen Termin zu buchen. "Gerade, wenn Erkältungswellen und Ferienzeiten dazu führen, dass weniger Menschen Blut spenden, wird deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche Spendenbereitschaft ist", erklärt DRK-Sprecher Martin Oesterer.
Blutspenden werden besonders bei Operationen und Krebsbehandlungen gebraucht
Blutpräparate werden täglich gebraucht: etwa nach schweren Unfällen, bei Operationen, komplizierten Geburten und zur Behandlung schwerer Erkrankungen.
Insbesondere in der Krebstherapie sind viele Patientinnen und Patienten auf Blutbestandteile angewiesen.
Anders als zahlreiche Medikamente können Blutpräparate nicht künstlich hergestellt werden. Zudem sind sie nur kurze Zeit haltbar.
Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten, die unter anderem bei Krebstherapien eingesetzt werden, können beispielsweise nur vier Tage gelagert werden.
Wer gesund ist und helfen möchte, kann online einen passenden Termin auswählen. Der DRK-Blutspendedienst bittet darum, vorab eine feste Spendezeit zu buchen.