Ekel-Alarm in Berlin: Kot im Kühlschrank, Kaninchen im Müll
Berlin - Berge von Müll, Ungeziefer und massive hygienische Missstände: In einer verwahrlosten Wohnung in Berlin-Hellersdorf haben Einsatzkräfte ein Kaninchen gerettet.
Wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf am Montag mitteilte, waren die Behörden einem Hinweis auf erneute nicht artgerechte Tierhaltung nachgegangen. Der Bewohner war bereits in der Vergangenheit wegen eines ähnlichen Falls aufgefallen.
Bei der Kontrolle schlug den Einsatzkräften nach Angaben des Bezirksamts schon beim Öffnen der Wohnungstür starker Gestank entgegen. Die Räume seien mit Müll und Gegenständen derart vollgestellt gewesen, dass sie kaum noch betreten werden konnten.
Neben Ungeziefer und verdorbenen Lebensmitteln fanden die Einsatzkräfte demnach auch menschlichen Kot in einem Kühlschrank.
Der unter rechtlicher Betreuung stehende Bewohner wehrte sich zunächst heftig gegen die Kontrolle, ließ die Einsatzkräfte schließlich aber in die Wohnung.
Um mögliche weitere Tiere aufzuspüren und Lebendfallen aufstellen zu können, mussten zunächst rund 25 Kubikmeter Müll entsorgt werden. Wegen der hygienischen Zustände konnten die Einsatzkräfte die Wohnung nur mit Schutzanzügen und Mundschutz betreten.
Bewohner bezeichnet sich selbst als "Oberhasen"
Bereits im März 2024 waren aus derselben Wohnung 20 Kaninchen gerettet worden. Die Tiere hatten sich damals Gänge und Verstecke in Sofas sowie zwischen Müllbergen geschaffen. Der Bewohner bezeichnete sich selbst als "Oberhasen". Nach Angaben des Bezirksamts hat sich der Zustand der Wohnung seitdem nochmals erheblich verschlechtert.
"Solche Fälle zeigen, dass sogenanntes Animal Hoarding eine langfristige und behördenübergreifende Begleitung erfordert", sagte Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic (47, CDU) laut Mitteilung.
Dabei gehe es sowohl um den Tierschutz als auch um Hilfsangebote für die betroffenen Menschen. Der Bewohner wurde durch den Sozialpsychiatrischen Dienst in medizinische Behandlung vermittelt. Weitere Maßnahmen sollen folgen.
Titelfoto: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
