Kurz vor der Wahl: Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach
Von Leonard Fischer
Hannover/Berlin - Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach (47). Im Raum steht der Verdacht der Bestechlichkeit.
Eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen gegen Steffen Krach aufgenommen. In diesem Zusammenhang seien drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden, sagte eine Sprecherin der Behörde der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Zu den konkreten Vorwürfen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht und verwies auf ermittlungstaktische Gründe. Zunächst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" über die Ermittlungen berichtet.
Nach Informationen, die dem "Tagesspiegel" vorliegen, soll Krach noch in Hannover von einem Träger im Gesundheitswesen möglicherweise eine Spende erhalten haben. Im Gegenzug soll er sich für den Träger in einem Bieterverfahren eingesetzt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
In Berlin sollen inzwischen Krachs Wohnung in Schöneberg sowie die SPD-Landesparteizentrale in Wedding durchsucht worden sein. Die Region Hannover bestätigte auf dpa-Anfrage, dass auch Büroräume Krachs in Hannover durchsucht wurden.
Von der Tätigkeit als Regionspräsident ist Krach wegen seiner Spitzenkandidatur zurzeit beurlaubt. Sein Sprecher erklärte auf Anfrage der dpa:
"Als SPD Berlin und im Namen unseres Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Steffen Krach weisen wir die Unterstellungen in aller Entschiedenheit zurück. Selbstverständlich kooperieren wir mit den Behörden vollumfänglich, um diese haltlosen Unterstellungen auszuräumen."
Krach seit Sommer 2025 als Spitzenkandidat im Rennen
Krach folgte im vergangenen Sommer dem Ruf der Berliner SPD, um die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September zu übernehmen. Im Jahr 2021 war er zum Präsidenten der Region Hannover gewählt worden.
Inzwischen hat Krach gemeinsam mit Bettina König, die für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, auch den Landesparteivorsitz übernommen.
Krach kennt den Politikbetrieb in der Hauptstadt schon länger. Von 2014 und 2021 war er Staatssekretär für Wissenschaft in der Stadt, in die er 2002 zum Studium kam.
Anschließend arbeitete der Diplom-Politologe in der Verwaltung und in der SPD-Bundestagsfraktion.
Erstmeldung am 9. September um 16.08 Uhr. Zuletzt aktualisiert um 16.47 Uhr.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa

