Von Marion van der Kraats
Berlin - Mehr als ein Dutzend Demonstrationen gibt es in Berlin täglich – doch diese ist auch für die Hauptstadt etwas Besonderes: Am Sonntag startete zum ersten Mal der "World Naked Bike Ride".
Hunderte Menschen radelten bei strahlendem Sonnenschein und etwa 30 Grad unbekleidet durch die Straßen Berlins. Die Polizei sprach von rund 500 Teilnehmern.
Gestartet wurde im Mauerpark, dann ging es zum Regierungsviertel. Die mehr als 30 Kilometer lange Route sollte entlang des Berliner Mauerwegs bis nach Schönefeld führen.
Den Teilnehmern der Nacktradel-Demo ist es laut Organisatoren selbst überlassen, ob sie ganz nackt oder so "be- oder entkleidet teilnehmen, wie sie sich selbst am wohlsten fühlen".
Die Veranstalter wollen das alte Motto der Freikörperkultur (FKK) "Nackt sind wir alle gleich" etwas abwandeln, wie es auf der Internetseite heißt: Es gehe um Vielfältigkeit der menschlichen Körper anstatt Konformität. Es solle ein Zeichen gesetzt werden für "Toleranz und Selbstakzeptanz, Naturverbundenheit und Schutz der Umwelt sowie für Inklusion und Vielfältigkeit".
"Einer der Grundgedanken beim Naturismus ist es, sich nackt zu begegnen, weil man sich ohne Masken und ohne Statussymbolen entsprechend begegnet", so einer der Organisatoren im Vorfeld der Demo. Diese wollten die Veranstalter aber auch nutzen, um für ihre Bewegung zu werben. Denn Vereine und Zusammenschlüsse in Deutschland verzeichnen nach den Angaben einen zunehmenden Mitgliederrückgang.