Millionen-Coup in Tresoranlage: Weiterer Täter verurteilt
Von Anne Baum
Berlin - Rund vier Jahre nach einem spektakulären Einbruch in eine Tresoranlage in Charlottenburg ist ein weiterer Täter verurteilt worden. Das Landgericht Berlin verhängte gegen einen 38-Jährigen fünf Jahre Haft. Er wurde wegen Diebstahls mit Waffen schuldig gesprochen.
Der Mann soll gemeinsam mit weiteren Tätern Schmuck, Uhren und Bargeld in Millionenhöhe aus 295 Schließfächern gestohlen haben. Der Einbruch ereignete sich am 19. November 2022 in einer Tresoranlage an der Fasanenstraße.
Mehrere Täter hatten sich als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma verkleidet und sich so Zugang verschafft. Über Stunden sollen sie Taschen voller Beute zu einem Transporter gebracht und diese anschließend in mehreren Fuhren zu einem bis heute unbekannten Versteck geschafft haben.
Das Gericht geht inzwischen von einem Schaden von mehr als 16 Millionen Euro aus. Die Ermittler hatten zunächst einen Schaden von rund 49 Millionen Euro angenommen. Der 38-Jährige soll für seine Beteiligung 60.000 Euro erhalten haben. Das Gericht ordnete die Einziehung des Geldes an.
Bereits im Juli 2024 waren vier weitere Männer zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren verurteilt worden. Darunter war auch der damalige Geschäftsführer der Tresoranlage. Er soll den Tätern Transponder, Schlüssel und Zugangscodes übergeben haben.
Der nun Verurteilte war mit Haftbefehl gesucht und im Februar bei seiner Einreise aus der Türkei am Flughafen Berlin-Brandenburg festgenommen worden.
Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung viereinhalb Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa
