Nach Hackerangriff: Senatsverwaltungen sind "arbeitsunfähig"
Von Fabian Nitschmann
Berlin - Ein Hackerangriff auf Teile der Berliner Senatsverwaltung stellt die Hauptstadt vor Herausforderungen. Unklar bleibt, ob sensible Daten abgeflossen sind.
Nach dpa-Informationen besteht keine Internetverbindung und Mailkommunikation, Arbeit im Homeoffice ist nicht möglich. "Wir sind praktisch arbeitsunfähig", zitiert der "Tagesspiegel" einen Mitarbeiter der Verkehrsverwaltung. "An einer Lösung bis morgen glaubt hier kaum einer."
Die Senatskanzlei hatte Montagnachmittag mitgeteilt, bei forensischen Untersuchungen sei eine "Inkriminierung des Landesnetzes" festgestellt worden. Betroffen seien die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz.
Beide seien aus Sicherheitsgründen bereits am Freitag vom Landesnetz abgetrennt worden, um weiteren Schaden abzuwenden.
Sensible Daten abgeflossen?
Die Senatskanzlei machte wenig Angaben. "Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren konkreten Informationen zu Ausmaß und Hintergründen gegeben werden", hieß es. Unklar blieb auch, ob Daten abgeflossen sind.
"Die forensischen Untersuchungen dauern an", teilte Senatssprecherin Christine Richter dazu auf Anfrage mit. Nach RBB-Informationen sollen jedoch sensible Daten abgeflossen sein.
Laut Senatskanzlei sind das Landeskriminalamt (LKA), die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingeschaltet. Aufgrund des Vorfalls sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa.
Der Senat teilte mit, dass ein Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit eingerichtet werde, der die weiteren Schritte koordiniert.
Titelfoto: Britta Pedersen/dpa
