Schon wieder dicht! Personalmangel legt Tiergartentunnel lahm
Von Anja Sokolow
Berlin - Der Tiergartentunnel in Berlin wird erneut wegen Personalmangels gesperrt. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung ist seit Montagnachmittag in beide Richtungen dicht. Die Wiederöffnung ist für Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr geplant.
Doch auch in den kommenden Wochen müssen sich Autofahrer auf nächtliche Sperrungen einstellen. Bis auf Weiteres soll der rund 2,4 Kilometer lange Tunnel in den Nächten von Montag auf Dienstag bis Donnerstag auf Freitag jeweils etwa von 21.45 Uhr bis 5.45 Uhr geschlossen werden.
Auch die Buslinien M41 und M85 sind betroffen und werden umgeleitet oder zeitweise unterbrochen.
Grund für die Sperrungen ist fehlendes Personal für die vorgeschriebene Rund-um-die-Uhr-Überwachung. Von insgesamt acht Stellen sind derzeit nur fünf besetzt. Zwei Beschäftigte sind dauerhaft erkrankt, einer befindet sich noch in Ausbildung und ein weiterer ist aktuell krankgemeldet.
Damit kann eine durchgehende Überwachung nicht gewährleistet werden.
Aus Sicherheitsgründen bleibt der Tunnel in diesen Fällen geschlossen.
50.000 Fahrzeuge täglich betroffen
Die Senatsverkehrsverwaltung hat nach eigenen Angaben bereits Stellenbesetzungsverfahren eingeleitet. Zudem laufen Gespräche mit der BVG über personelle Unterstützung.
Bis Ende 2024 war die Überwachung der technischen Anlagen durch die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes in Tegel erfolgt. Wegen einer Neuordnung der Zuständigkeiten musste Berlin anschließend eine eigene Tunnelregelungszentrale aufbauen. Die Tunnelleitzentrale der Autobahn des Bundes unterstützt das Land derzeit noch an den Wochenenden.
Durch den Tiergartentunnel fahren täglich durchschnittlich rund 50.000 Fahrzeuge. Nach den geltenden Vorschriften müssen Straßentunnel mit einer Länge von mehr als 400 Metern dauerhaft von einer besetzten Stelle überwacht werden. Dabei werden unter anderem Beleuchtung, Lüftung, Stromversorgung und Kommunikationssysteme kontrolliert.
Schon im April war der Tunnel wegen des Personalmangels nachts auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. Auch im Januar und Februar kam es zu mehrtägigen beziehungsweise stundenweisen Sperrungen.
Autofahrer werden daher empfohlen, den Bereich während der Sperrzeiten möglichst weiträumig zu umfahren.
Titelfoto: Paul Zinken/dpa

