SPD spendierte 11.000 Euro: Steffen Krach ließ sich Umzug nach Berlin bezahlen

Berlin - Der gescheiterte SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (47) hat sich seinen Umzug von Hannover nach Berlin offenbar von seiner Partei finanzieren lassen. Dafür flossen 11.000 Euro aus der SPD-Parteikasse.

Steffen Krach (47) führte die Berliner SPD als Spitzenkandidat in den Wahlkampf.  © Christoph Soeder/dpa

Krach war Ende 2025 von seinem Amt als Regionspräsident von Hannover beurlaubt worden, um sich auf den Berliner Wahlkampf zu konzentrieren. Damit wurden auch seine Bezüge gestoppt. Nach Angaben der "Berliner Morgenpost" war Krach anschließend ohne eigenes Einkommen.

Die Umzugshilfe soll nach Informationen der Zeitung von der SPD-Schatzmeisterei geprüft und als partei- und rechtmäßig eingestuft worden sein. Einen Beschluss des Landesvorstands soll es demnach allerdings nicht gegeben haben.

Nur ein Teil der Berliner SPD-Spitze sei in den Vorgang eingeweiht gewesen.

Berlin Kinderpornografie: Dragqueen Jurassica Parka erhält Bewährung

Ein SPD-Sprecher wollte die Zahlung gegenüber der Morgenpost weder bestätigen noch dementieren. Zu internen Personal- und Vertragsangelegenheiten äußere sich die Partei grundsätzlich nicht.

Krach verdiente als Regionspräsident von Hannover zuvor rund 13.000 Euro im Monat.

Auch in Berlin hatte der heutige SPD-Landesvorsitzende bereits ein sechsstelliges Jahresgehalt: Vor seinem Wechsel nach Niedersachsen war er sieben Jahre lang Staatssekretär für Wissenschaft.

Anzeige

Keine Bezahlung für den SPD-Landesvorsitz

Der frühere Regionspräsident von Hannover ist inzwischen Landeschef der Berliner SPD.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Mai 2026 führt Krach gemeinsam mit Bettina König (48) die Berliner SPD. Der Landesvorsitz ist allerdings ein Ehrenamt und wird nicht extra bezahlt.

Anders als bei Abgeordneten gibt es für den Parteivorsitz auch keine monatlichen Diäten.

Laut "Morgenpost" war innerhalb der SPD schon länger darüber diskutiert worden, ob Landesvorsitzende zumindest ähnlich wie Berliner Abgeordnete bezahlt werden sollten. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses erhalten derzeit 8161 Euro monatlich.

Berlin Feuer-Drama in Berliner Pflegeheim: Zweiter Bewohner gestorben

Krach steht unterdessen auch wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unter Druck.

Gegen ihn wird wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat und Vorteilsnahme während seiner Amtszeit in Hannover ermittelt.

Mehr zum Thema Berlin: