Waffen-Versteck bei Berlin entdeckt: Führt die Spur nach Moskau?
Berlin - Geheimdienstkrimi am Rand von Berlin: Ein brisanter Fund beschäftigt die deutschen Sicherheitsbehörden. Das mysteriöse Waffenversteck wirft Fragen nach möglichen Anschlagsplänen und einer Verbindung nach Moskau auf.
In einem Waldgebiet im brandenburgischen Grenzgebiet zur Hauptstadt seien zwei scharfe Kurzwaffen gefunden worden, berichteten NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) geht demnach davon aus, dass das Depot im Auftrag russischer Nachrichtendienste eingerichtet worden sein könnte.
Der Fund erfolgte den Berichten zufolge bereits im Spätsommer 2025. Die Sicherheitsbehörden hätten einen konkreten Hinweis auf das professionell angelegte Versteck erhalten. Ermittler vermuten demnach, dass die Waffen für Personen bestimmt waren, die im Auftrag Moskaus Anschläge oder andere gewaltsame Aktionen in Deutschland verüben sollten.
Im Zusammenhang mit dem Waffenfund sei im vergangenen Herbst ein Tatverdächtiger in Rumänien festgenommen worden.
Er könnte nach Einschätzung der deutschen Behörden an der Anlage des Depots beteiligt gewesen sein. Seit November ermittelt nach Angaben des Rechercheverbunds auch der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.
Nach dem Fund stellten die Behörden die Waffen offenbar zunächst nicht sicher. Stattdessen seien sie funktionsunfähig gemacht, mit Ortungstechnik versehen und das Versteck überwacht worden.
Mutmaßliches russisches Waffendepot bei Berlin nicht mehr aktiv
Auf diese Weise hätten mögliche Hintermänner oder Abholer identifiziert werden sollen. Das Depot sei jedoch nicht mehr aufgesucht worden und gelte inzwischen als nicht mehr aktiv. Ermittler halten es für möglich, dass die Verantwortlichen von der Entdeckung erfahren hatten.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz wollte die Angaben auf Anfrage der beteiligten Medien nicht bestätigen. Zu möglichen konkreten nachrichtendienstlichen Erkenntnissen nehme die Behörde grundsätzlich nicht öffentlich Stellung, hieß es.
Die russische Botschaft ließ eine entsprechende Anfrage der Medien zu den Vorwürfen zunächst unbeantwortet. Russland hat vergleichbare Anschuldigungen in der Vergangenheit zurückgewiesen.
Deutsche Sicherheitsbehörden warnen seit Längerem vor einer verschärften Bedrohung durch russische Geheimdienstaktivitäten.
Dabei geht es neben Spionage und Sabotage auch um mögliche Gewalttaten gegen Personen in Deutschland. Das mutmaßliche Waffendepot könnte nach Einschätzung der Ermittler Teil solcher Strukturen gewesen sein.
Titelfoto: Robert Michael/dpa

