Länger ist kein deutscher Landeschef im Amt: Dietmar Woidke wird 65

Von Oliver von Riegen

Potsdam - Dietmar Woidke (65, SPD) ist bereits Deutschlands dienstältester Ministerpräsident. Nicht ausgeschlossen, dass der Brandenburger Regierungschef bei der Landtagswahl 2029 abermals als Spitzenkandidat der SPD ins Rennen geht. Am heutigen Donnerstag feiert er seinen 65. Geburtstag.

Bereits seit 2013 ist Dietmar Woidke (65, SPD) Brandenburgs Ministerpräsident.  © Fabian Sommer/dpa

Der Lausitzer ist seit 2013 im Amt und übernahm den Staffelstab von Matthias Platzeck (72). Der SPD-Mann regierte zunächst mit der Linken, dann mit Grünen und CDU, danach mit dem BSW. Nach dem Bruch der bundesweit einzigen SPD/BSW-Koalition ging Woidke mit der CDU ein Bündnis ein.

Der Regierungschef macht es spannend, ob er 2029 Spitzenkandidat wird oder vorher geht. "Ich weiß um meine Verantwortung für dieses Land. Und dieser Verantwortung werde ich auch gerecht werden", sagte Woidke im September dem "Tagesspiegel". "Entweder ich werde wieder antreten, oder es wird den rechtzeitigen Übergang geben. Ich bin nicht als Egoist bekannt."

Eine relative Mehrheit von 37 Prozent fände eine erneute Kandidatur eher gut, 23 Prozent hielten sie für eher schlecht, ergab die jüngste Umfrage von Insa.

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Ein Rückzug mit Nachfolge könnte aus Sicht von Politikforscher Jan Philipp Thomeczek ebenso funktionieren wie die erneute Spitzenkandidatur. "Woidke ist beliebt, auch wenn seine Werte nachgelassen haben. Aber irgendwann muss die Brandenburger SPD sich dieser Frage natürlich stellen", sagt der Wissenschaftler von der Universität Potsdam.

Als seine Kronprinzen gelten Sozialminister René Wilke (42) und Finanzminister Daniel Keller (40), als Kronprinzessin Wissenschaftsministerin Manja Schüle (50). Laut Umfrage trauen 13 Prozent Wilke die Nachfolge zu, fünf Prozent Schüle und drei Prozent Keller.

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Woidke ging 2024 bei Landtagswahl voll ins Risiko

Dietmar Woidke ist Vater einer Tochter.  © Jens Kalaene/dpa

Wer auch immer die Nachfolge antritt, "wird es zunächst schwer haben, da die Person weniger bekannt sein wird – das kann sich aber ändern", sagt Thomeczek. "In Sachsen-Anhalt haben wir gesehen, dass es ein Problem war, den Staffelstab erst relativ kurz vor der Wahl zu übergeben."

Bei der Landtagswahl 2024 setzte Woidke alles auf eine Karte. "Wenn ich gegen die AfD verliere, bin ich weg", war sein Credo. Damals gewann seine SPD mit über 30 Prozent. Der Gegenwind ist inzwischen noch rauer geworden, die AfD fuhr drei Erfolge bei Landtagswahlen in diesem Herbst ein.

Der verheiratete Vater einer Tochter lässt bisher keine Tendenz für seine politische Zukunft erkennen.

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