Tödliche Gewalttat an Brandenburger Schule: Einer der Opfer war Erzieher

Von Anja Mia Neumann, Marc-Oliver von Riegen

Gosen-Neu Zittau - Nach dem tödlichen Vorfall an einer Schule in Gosen-Neu Zittau sitzt ein 19-Jähriger in Gewahrsam. Am Morgen danach unterstützen Helfer des Schulamts die Schule bei der Bewältigung der Tat.

Bei dem Angriff am Donnerstag kamen eine 18-Jährige und ein 30-Jähriger ums Leben.  © Britta Pedersen/dpa

Schulpsychologische Fachkräfte werden Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der Schule in Gosen-Neu Zittau unterstützend zur Seite stehen, wie das Bildungsministerium in Brandenburg mitteilte. 

Auch die Notfallseelsorge wird wieder vor Ort sein. Bereits am Donnerstag waren acht bis neun Vertreter an der Schule in Ostbrandenburg und sprachen mit Betroffenen. "Wir versuchen, ein Schutzraum zu sein", sagte Stefan Baier von der Notfallseelsorge Brandenburg im "RBB-Spezial".

Bei der Gewalttat waren am Donnerstag eine 18-Jährige und ein 30-jähriger Kita-Erzieher getötet worden. Ein 19 Jahre alter Deutscher gilt als Tatverdächtiger und wurde vorläufig festgenommen.

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Die Kita ist auf demselben Gelände wie eine Grund- und eine Oberschule. Zuvor war davon ausgegangen worden, dass es sich bei dem getöteten 30-Jährigen um den Hausmeister handelte. Die Polizei hatte das nicht bestätigt.

Neben der Privatschule auf dem Docemus-Campus befindet sich auf demselben Gelände auch eine öffentliche Grundschule. Das Schulamt habe dem privaten Träger sofort Unterstützung angeboten, hieß es aus dem Ministerium. Der Unterricht in der Schule werde am Freitag nicht regulär stattfinden, die Kinder würden psychologisch betreut.

Noch am Abend nach der Tat fanden sich weit über hundert Menschen an der Schule ein, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden und gemeinsam zu trauern. Viele Menschen weinten und hielten sich in den Armen. Es herrschte eine bedrückende Stimmung.

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Die Gewalttat an einer Schule hat den kleinen Ort Gosen-Neu Zittau bis ins Mark erschüttert.  © Michael Ukas/dpa

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Notfallseelsorger waren bereits kurz nach der Tat vor Ort.  © Britta Pedersen/dpa

"Das ist nichts, was normal ist an einer Schule", sagte Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die Muttergesellschaft der Docemus-Schulen. "Die Schülerin war allen gut bekannt." Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz. Man wolle nun schauen, wie es für die Schule mit Blick auf den Unterricht weitergehe.

Nach der Tat kümmerten sich Notfallseelsorger um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Angehörige. Einige Minderjährige wurden noch am späten Nachmittag in der Turnhalle betreut, bis ihre Eltern sie abholten.

Viele Fragen zur Tat sind weiterhin ungeklärt - die Ermittlungsbehörden hielten sich nicht nur mit Informationen zu den Opfern zurück, sondern machten auch keine Angaben zum Motiv oder zur Tatwaffe.

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In einem Schreiben rief die Polizei dazu auf, sich bei Hinweisen zur Tat bei ihr zu melden. 

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (64, SPD) sprach den Angehörigen und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus. "Bei einem furchtbaren Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land."

Erstmeldung am 28. August um 6.44 Uhr, aktualisiert um 11.12 Uhr

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