Alternative zu Wasserstoff und E-Auto: Dieser Mini fährt mit synthetischem Kraftstoff

Freiberg - Politik und Automobilindustrie haben ihren Fokus nahezu komplett auf die Produktion von E-Autos gelegt. Dabei ist die Infrastruktur längst noch nicht so weit.

Martin Gräbner von der Professur für Energieverfahrenstechnik zeigt ein Fläschchen mit synthetischem Kraftstoff.
Martin Gräbner von der Professur für Energieverfahrenstechnik zeigt ein Fläschchen mit synthetischem Kraftstoff.  © Sven Gleisberg

Eine Alternative sind E-Fuels: Das sind synthetische, CO2-neutrale Kraftstoffe, mit dem kleine Verbrenner und vor allem Lkws und Schiffe schon heute betankt werden können.

Mit einem BMW Mini, der quer durch Deutschland fährt, will die Lühmann Gruppe mit weiteren Partnern auf das Potenzial der E-Fuels hinweisen.

"Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein. Diese ambitionierten Ziele können wir nicht alleine mit Elektromobilität erreichen. Wir brauchen verschiedene Maßnahmen", betont Dr. Lorenz Kiene, Chef der Lühmann Gruppe.

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Die Politik konzentriere sich zu sehr auf E-Autos, kritisiert Joachim Engelmann, Chef vom Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC). "Wir sehen das Potenzial und sind überzeugt von der Durchschlagskraft der entwickelten Technologie." Gemeinsam mit der TU Freiberg betreibt CAC eine E-Fuels-Testanlage.

Synthetisches Benzin (E-Fuels) lässt fossile Brennstoffe außen vor - wird aus Strom, Wasser und CO2 hergestellt. Es kommt also kein CO2 aus Erdöl oder Erdgas in die Luft, sondern wird daraus entnommen.

Im kommenden Jahr ist E-Fuels auch an Tankstellen erhältlich

E-Fuels sind farblos und besitzen nahezu die gleiche Dichte wie Benzin. Mischen ist daher kein Problem.
E-Fuels sind farblos und besitzen nahezu die gleiche Dichte wie Benzin. Mischen ist daher kein Problem.  © Sven Gleisberg

Allerdings benötigt die Produktion extrem viel Strom, sodass die Herstellungskosten im kleinen Rahmen noch sehr hoch sind.

Würde flächendeckend produziert, lägen die Preise pro Liter in der Produktion zwischen 80 Cent und 1,20 Euro.

In Ländern wie Chile oder Afrika lohnen sich E-Fuels-Anlagen noch mehr, weil man dort viel einfacher Strom aus Wind- und Solarenergien gewinnt.

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CAC-Junior-Chef Jörg Engelmann vor der E-Fuels-Demonstrationsanlage an der TU Bergakademie Freiberg.
CAC-Junior-Chef Jörg Engelmann vor der E-Fuels-Demonstrationsanlage an der TU Bergakademie Freiberg.  © Sven Gleisberg

Etwa 3000 Kilometer legt der Mini, der mit synthetischem Kraftstoff betankt wird, zurück. Schon im kommenden Jahr sollen E-Fuels an Tankstellen erhältlich sein, wo sie Benzin- und Diesel-Kraftstoffen bis zu 20 Prozent beigemischt werden.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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