Chemnitz - Seit Monaten laufen auf der Bernsdorfer Straße zwischen Turn- und Wartburgstraße in Chemnitz Bauarbeiten. Durch die Maßnahmen und damit verbundene Verkehrsumwege verzeichnen viele Händler an der Straße Umsatzeinbußen - auch wenn an einigen Stellen gar nicht mehr gebaut wird.
Stephan Hunkel (54) betreibt an der Bernsdorfer seit 15 Jahren einen Outdoor-Laden. Die 900 Meter lange Baustelle vor seiner Tür existiert seit 13. März - und wirkt sich negativ auf das Geschäft aus: "Ich hatte definitiv weniger Kunden hierdurch. Der Umsatz ist stark eingebrochen", erzählt Hunkel. Dönerladen-Betreiber Aydin Celayir (51) spricht sogar von "60 bis 70 Prozent" Umsatzeinbruch.
Die Einbußen kommen unter anderem deshalb zustande, weil Autos Hunkels Geschäft von der Stadtseite aus sehr schwierig erreichen konnten. Dabei trifft die Baustelle den Unternehmer doppelt, denn im Sommer ist Hauptsaison für Outdoor-Liebhaber.
Hunkel hat Verständnis für die Bauarbeiten. Dennoch findet er: "Das ist eine unzumutbare Belastung."
Der Grund für die Bauarbeiten ist die Erneuerung der Trinkwasser-Hauptleitung, so das Rathaus.
Einbahnstraßenregelung soll am Montag aufgehoben werden
Sowohl Hunkel als auch Celayir führen an, dass man bereits vor einem Monat an fertig gebauten Bereichen die Baustelle hätte wieder öffnen können.
Patricia Berthold (25) vom Bauunternehmen Hüttner kann den Frust verstehen. Allerdings: "Es ist nicht so, dass die Baustelle fertig war", so Berthold. Damit verweist sie auf Arbeiten an anderer Stelle. Zudem müssten Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.
Allerdings gibt es nun einen Lichtblick: Die Einbahnstraßenregelung soll am Montag aufgehoben werden. Dadurch wird die Baustelle laut Stadt zwei Wochen früher fertig (ursprüngliches Ende: 28. August).
Auf die Frage, ob sich die Situation jetzt entspannt, antwortet Celayir: "Wollen wir es hoffen!"
Wo sonst in der Stadt gebaut wird, findet Ihr unter Chemnitz-Baustellen.