Das Heckert feiert Geburtstag! 45 Jahre Plattenbau-Gebiet: So fing alles an

Chemnitz - Das drittgrößte Neubaugebiet in der DDR feierte am Wochenende Geburtstag. Vor 45 Jahren, am 5. Oktober 1974, legten Arbeiter den ersten Grundstein für die Plattenbauten in den heutigen Stadtteilen Helbersdorf, Markersdorf, Kappel, Hutholz und Morgenleite. Anwohner aus der Anfangszeit erinnern sich.

Eine Baustelle im Heckert-Gebiet im Jahr 1984.
Eine Baustelle im Heckert-Gebiet im Jahr 1984.  © Haertelpress

Helga Büchner (75) hatte 1977 ihre Wohnung in der Dr.-Salvador-Allende-Straße über die Wismut bekommen: "Ich musste darauf anderthalb Jahre warten. Bei der Vergabe standen die Menschen Schlange."

Sie war damals sehr glücklich über die neue Bleibe mit Heizung und dem ersten eigenen Bad. Trotzdem seien es am Anfang schwere Zeiten gewesen, da es vor den Häusern noch keine richtigen Wege gab: "Die Kinder kamen immer mit Gummistiefeln voller Lehm zurück." Auch nach der Wende blieb Helga Büchner im Heckert-Gebiet: "Ich wollte nie weg von hier. Hier ist alles da: Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung."

Gertraude Steinert (82) gefiel vor allem das alte Leben in der DDR: "Mein Mann hatte Ferienwohnungen in Johanngeorgenstadt gebaut und dafür unsere Wohnung bekommen. Wir haben damals alle zusammengehalten im Haus, zum Beispiel gemeinsam Fasching gefeiert. Nach der Wende war damit Schluss."

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Chemnitz Mega-Schlagloch an Gullydeckel: Straße in Chemnitz gesperrt

In der DDR gab es im Heckert-Gebiet gut 30.000 Wohnungen. Viele Plattenbauten stehen noch heute, ein Großteil wurde saniert.

Nach 1990 zogen viele Menschen fort und einige Blocks fielen dem Abriss zum Opfer.

Arbeiter errichten im Jahr 1985 einen Neubau.
Arbeiter errichten im Jahr 1985 einen Neubau.  © Haertelpress
Helga Büchner (75) lebt auch heute noch gern in den Plattenbauten.
Helga Büchner (75) lebt auch heute noch gern in den Plattenbauten.  © Maik Börner
Gertraude Steinert (82) wohnt seit über 40 Jahren im Heckert-Gebiet.
Gertraude Steinert (82) wohnt seit über 40 Jahren im Heckert-Gebiet.  © Maik Börner

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