Chemnitz - Beide erschienen 1997, doch der Film "Titanic" stellte das gleichnamige Musical in den Schatten. Zu Unrecht, wie die Inszenierung an der Oper Chemnitz zeigt. Das Bühnenstück feierte am Samstag mit viel Zwischenapplaus und Standing Ovations Premiere.
Während der Film die fiktive Liebesgeschichte zwischen Rose und Jack erzählt, treffen Zuschauer in Chemnitz auf reale Personen, die 1912 mit der "Titanic" reisten und ihren Untergang erlebten.
Zu den Schicksalen gehört das des Millionär-Ehepaars Straus. Ida Straus schlägt den Platz im Rettungsboot aus, um bei ihrem geliebten Mann zu bleiben.
Ins Herz des Publikums rückt auch Alice Beane aus der 2. Klasse. Begeistert von den Millionären an Bord, schleicht sie sich zu ihnen. "Hier ist es der zwischenmenschliche Konflikt zwischen ihr und ihrem Mann, der im Gedächtnis bleibt", so Regisseur Nau (45).
Mehre als 30 Rollen gibt es in dem Stück, teilweise von Ensemble und Opernchor mehrfach besetzt. Dennoch kann der Zuschauer problemlos der Handlung folgen.
Kleine Witze nehmen der tragischen Geschichte stellenweise die Schwere. Zudem schafft es Nau, das Unglück, das jeder kennt, mitreißend zu erzählen.
Musical-Fans könnten Tanznummern vermissen
Allerdings wirkt das Stück, trotz Gästen aus der Musicalwelt wie Lukas Witzel, Karen Helbing und Lucas Baier, opernhaft. Musical-Fans könnten auch Tanznummern vermissen. Die, die es gab, belohnte das Publikum mit viel Applaus.
Sprachlos machen die unglaublich schnellen Wechsel von Kostümen, Szenen und Bühnenbild. Bühnenbildner Momme Hinrichs (50) nutzt dabei alles, was die Bühne mit Drehscheibe und ausfahrbaren Podesten bieten kann.
So auch bei Licht und Ton: "Unsere Technik wird bis an ihre Grenzen benutzt und ausgereizt", sagte Intendant Christoph Dittrich (60) auf der Premieren-Feier.