Aufgeweckter Obdachloser zerlegt Automaten-Späti in Chemnitz

Chemnitz - Erst wurde er aus dem Schlaf gerissen, dann rastete er völlig aus: Im 24h-Kiosk "zuSPÄTI" in der Straße Am Rathaus in Chemnitz drosch ein Obdachloser in der Nacht zum vergangenen Sonntag mit einer Flasche auf einen Snackautomaten ein und flüchtete. Zurück blieb ein Schaden von bis zu 2700 Euro. Für die Betreiber ein Schock. Doch trotz des Vorfalls wollen sie am friedlichen Miteinander mit Obdachlosen in der Innenstadt festhalten.

Mit voller Wucht warf der Mann die Flasche gegen den Automaten.  © zuSPÄTI

Es passierte gegen 2.10 Uhr: Der Mann schlief im Shop. Über eine Lautsprecherdurchsage forderte ihn der Sicherheitsdienst auf, den Laden zu verlassen. Schwups stand der Mann auf, griff zu einer leeren Flasche und drosch damit auf den Snackautomaten ein.

"Das war das erste Mal, dass ein Automat derart demoliert wurde. Für uns war das ein Schreckmoment", sagt zuSPÄTI-Geschäftsführer Moritz Mierbach (29). Die Betreiber machten den Vorfall auch auf Instagram öffentlich.

Das Unternehmen gibt's in Chemnitz seit knapp zwei Jahren und es betreut vier Standorte. "Es kommt öfters vor, dass Obdachlose in unseren Shops schlafen wollen, aber durch das Sicherheitskonzept hat es bislang keine Probleme gegeben", so Co-Geschäftsführer Nicolas Mierbach (31). Er hat das Sicherheitssystem mithilfe der KI mitentwickelt.

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Kameras überwachen die Standorte, ein Sicherheitsdienst kann auffällige Situationen beobachten und Menschen bei Bedarf über Lautsprecher ansprechen.

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Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Moritz Mierbach (29) von zuSPÄTI zeigt den demolierten Snackautomaten.  © Bildmontage: Ralph Kunz, zuSPÄTI

Auch künstliche Intelligenz kommt nach ihren Angaben zum Einsatz, um auffällige Vorgänge zu erkennen und eine Reaktion auszulösen. Der Fall wurde auch der Polizei gemeldet. Sie ermittelt wegen Sachbeschädigung.

"Mit den Kosten für das Ersatzteil, Ausfallzeit und Montage kommen wir auf rund 2700 Euro", ergänzt Moritz.

Zu den Obdachlosen aus der Gegend haben die Betreiber ein gutes Verhältnis. "Wir geben ihnen immer mal wieder Pfand oder Lebensmittel mit. Mitunter machen sie auch bei uns sauber, wenn etwas auf dem Boden liegt", erklären die Beiden. So haben auch andere Obdachlose Hinweise zu dem Mann gegeben.

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"Wir haben von einigen Obdachlosen Zuspruch bekommen, dass sie die Tat nicht gut fanden", so Nicolas.

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