Chemnitz - "Papa, warum wollte diese Frau uns angreifen? Was haben wir gemacht?" Diese Fragen bekam Youssef Bash, der Besitzer von "Emma's Café", vergangene Woche von seiner vierjährigen Tochter gestellt. Zuvor war seine Schwiegermutter (63) und ihre Enkelin von einer unbekannten Frau in Chemnitz beschimpft worden.
Die beiden waren am Donnerstagnachmittag in der Innenstadt unterwegs, als sie auf der Inneren Klosterstraße zwischen Börnichsgasse und Theaterstraße angegriffen wurde.
Eine unbekannte Frau soll ausländerfeindliche Parolen gerufen und in ihre Richtung getreten haben. Den Vorfall bestätigte auch die Polizei am Montag.
Laut der 63-Jährigen war die Unbekannte etwa 40 Jahre alt und blond. Ein bislang ebenfalls unbekannter Passant soll zu Hilfe geeilt und verbal eingeschritten sein.
Der Café-Besitzer zeigt sich fassungslos und erzählt in einem Video auf seinem Instagram-Account von dem Vorfall. Er selbst habe sich in den vergangenen Jahren vielen Hürden gestellt und sich durchgekämpft. Aber dass auch seine Tochter, die in Deutschland geboren wurde und hier aufwächst, nun ebenfalls beschimpft wird, treffe ihn sehr.
Er bedankt sich zudem bei dem Mann, der eingeschritten ist und die Täterin zum Aufhören bewegt hat.
Verlässt der Café-Besitzer Chemnitz?
Dennoch lässt ihn der Vorfall nicht kalt. Auch wenn er ein positiver Mensch sei und er sich hier viel aufgebaut habe, überkomme ihm nach diesem Vorfall der Gedanke, Chemnitz irgendwann zu verlassen. "Ich kann woanders wieder bei null anfangen", sagt er weiter. Das sei alles kein Problem. "Aber die Kindheit meiner Tochter bekomme ich kein zweites Mal."
Auf die Fragen seiner Tochter antwortete er, dass sie nichts falsch gemacht habe - sondern die Frau. Doch zufrieden sei er mit der Antwort nicht. Sie stimme ihn nur sehr nachdenklich.
Die Polizei sucht mittlerweile nach dem helfenden Mann und nach weiteren Zeugen des Geschehens. Sachdienliche Hinweise zur Tat und der Täterin werden von der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0371 387-3448 entgegengenommen.