Chemnitz - Erst Toyotas, jetzt Autoteile: Diebe bedienen sich in Chemnitz auf offener Straße oder auf Firmengeländen an Scheinwerfern, Kompletträdern oder Spiegelgläsern. Es sind wohl Profis, die seit Monaten den Raum Chemnitz unsicher machen. In den Werkstätten der Region wachsen die Sorgen.
So auch bei Kfz-Ingenieur Dominik Knoll (35). Zwar blieb seine Werkstatt bislang von Dieben verschont, doch aus der Nachbarschaft hört er anderes: "Im Gebäude nebenan und auch gegenüber berichten sie, dass nachts welche klauen."
Knoll hat eine Kamera auf dem Hof und doppelte Tore, eigentlich um Wärme in der Werkstatt zu halten. "Wir haben häufiger Leute auf dem Hof, die komische Sachen fragen." Mal gehe es um alte Batterien, mal um Reifen oder Dieselpartikelfilter, in denen Edelmetalle stecken. "Ich habe ein bisschen Schiss, dass die nachts wiederkommen, wenn ich 'nein' sage."
Seine Sorgen sind nicht unbegründet: "Aktuell müssen wir im Chemnitzer Stadtgebiet von einer Häufung derartiger Delikte sprechen", bestätigt Polizeisprecher Andrzej Rydzik (41) auf TAG24-Anfrage.
Zuletzt schlugen die Teile-Diebe in der Nacht zu Montag in den Ortsteilen Kapellenberg und Morgenleite zu. An der Lortzingstraße und der Bruno-Granz-Straße stahlen sie Abdeckungen von Abstandssensoren und Frontscheinwerfern.
Einen örtlichen Schwerpunkt gebe es laut Rydzik nicht. Auch deute nichts darauf hin, dass immer dieselben Täter zuschlagen.
Eine spezielle Ermittlungsgruppe will die Polizei daher weiterhin nicht ins Leben rufen. Dabei scheint das Problem vor allem Chemnitz und Umgebung zu betreffen.
Die Polizeidirektionen Dresden, Leipzig und Zwickau erklärten auf TAG24-Anfrage unisono, dass sie keinen vergleichbaren Schwerpunkt feststellen.